Politik

"Schiffs-Killer" für syrisches Regime USA kritisieren russische Waffenlieferung

Die russische Regierung liefert Syrien moderne Anti-Schiffs-Raketen und gibt Diktator Baschar al-Assad damit ein mächtiges Werkzeug gegen mögliche Flugverbotszonen oder Seeblockaden an die Hand. US-Generalstabschef Dempsey übt nun scharfe Kritik am Vorgehen der Russen.

US-Generalstabschef Martin Dempsey hat russische Waffenlieferungen an das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad scharf kritisiert. Die Entscheidung Moskaus, Anti-Schiffs-Raketen nach Syrien zu liefern, werde das Leiden in dem Bürgerkriegsland verlängern, sagte Dempsey vor Journalisten im Pentagon bei Washington. "Geringstenfalls handelt es sich um eine unglückliche Entscheidung, die das Regime ermutigen und das Leiden verlängern wird", so Dempsey. "Sie kommt zur Unzeit und ist sehr bedauerlich."

Medienberichten zufolge verfügen die russischen Anti-Schiffs-Raketen über ein hoch entwickeltes Leitsystem. Damit könnten sie auch gegen die Durchsetzung einer möglichen Flugverbotszone oder Seeblockade gegen Syrien eingesetzt werden, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf US-Regierungsvertreter.

"Was mir wirklich Sorgen macht, ist, dass Assad nun feststellen wird, dass er irgendwie sicherer ist, seit er diese (Waffen-)Systeme hat, und damit anfälliger wird für Fehleinschätzungen", sagte Dempsey. Die USA hätten aber nicht die Möglichkeit gehabt, die Lieferungen der Waffen zu verhindern.

Syrien bestellte die Raketen des Typs SS-N-26, auch bekannt unter dem Namen Jachont, bereits im Jahr 2007. Anfang 2011, kurz vor dem Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien, seien die ersten Raketen geliefert worden, zitiert die Zeitung Experten der Fachzeitschrift "Jane's International Defense Review". Insgesamt habe die Bestellung 72 Raketen und 36 Trägerfahrzeuge umfasst. Über den Umfang der aktuellen Lieferung machte die "New York Times" keine Angaben.

Ähnlich wie Patriot-Abschussrampen sind die Anlagen mobil, was es schwierig macht, sie anzugreifen. Im Unterschied zu den von Bundeswehr und Nato genutzten Patriots sind die Jachont-Raketen allerdings nicht defensiv ausgerichtet. "Das sind echte Schiff-Killer", sagte "Jane's"-Chefredakteur Nick Brown der "New York Times".

Quelle: n-tv.de, jve/dpa/AFP

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