Politik

Export von "Bunker Buster" USA rüsten Irans Nachbarn auf

Offiziell übt sich das Pentagon in Friedensrhetorik. Verteidigungsminister Panetta warnt eindringlich vor einer Bombardierung iranischer Atomanlagen, die die Region destabilisiern könnte. Doch gleichzeitig rüsten die USA offenbar ein Nachbarland des Iran mit tausenden bunkerbrechenden Bomben auf - geeignet für Tunnel, in denen Atomwaffen entwickelt werden.

Die USA wollen nach einem Zeitungsbericht ein Nachbarland des Irans mit tausenden bunkerbrechenden . Demnach sollen die Vereinigten Arabischen Emiraten insgesamt 4900 dieser Bomben erhalten. Damit könnten aus der Luft unterirdische Bunker und Tunnel angegriffen werden, in denen der Iran vermutlich Atomwaffen entwickle, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung eines namentlich nicht genannten Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums.

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Die USA haben ein ganzes Arsenal bunkerbrechender Waffen.

(Foto: REUTERS)

Diese bunkerbrechenden Bomben sollen Berichten zufolge bei Tests mehr als drei Meter dicke Betonwände durchschlagen haben. Ziel des geplanten Waffenexports sei auch, den Einfluss des Irans in der Region einzudämmen, wenn die USA ihre Truppen aus dem Irak abziehen, berichtete das Blatt weiter.

USA warnen vor Angriff

Offiziell zeigt sich das Pentagon dagegen friedliebend. So warnte US-Verteidigungsminister Leon Panetta vor den "unbeabsichtigten Konsequenzen" eines Angriffs auf die iranischen Atomanlagen gewarnt. Panetta sagte, ein militärisches Vorgehen könne gravierende Auswirkungen auf die Region und auf die in dem Gebiet stationierten US-Soldaten haben. Eine Bombardierung der iranischen Atomanlagen verzögerte das Nuklearprogramm Teherans höchstens um drei Jahre, meinte Panetta. Ein militärisches Vorgehen gegen Teheran sollte nur der letzte Ausweg sein.

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Panetta setzt weiter offiziell auf friedliche Mittel.

(Foto: dpa)

Der Pentagonchef forderte einen stärkeren wirtschaftlichen und diplomatischen Druck auf den Iran. Die USA diskutierten mit ihren Verbündeten wegen des "Iran arbeitete an Atomwaffen" zusätzliche Sanktionen. Immer wieder hätten die USA klargemacht, dass es für sie "unannehmbar" sei, dass der Iran Atomwaffen entwickle.

Merkel vermeidet Absage an Militärschlag

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich dafür aus, die diplomatischen Spielräume auszureizen. Gleichzeitig vermied sie es in einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung", einem Militärschlag eine klare Absage zu erteilen. "Es gibt eine ganze Reihe von Ländern auf der Welt, die militärische Optionen aus sehr grundsätzlichen Erwägungen nicht ausschließen", antwortete sie auf eine entsprechende Frage. Sie wünsche sich aber, "dass wir die diplomatischen Spielräume ausreizen und daran kann Deutschland seinen Beitrag leisten".

Der Iran drohte dem Westen im Falle eines Angriffs mit Iran droht mit "Zerstörung" . Mit "voller Kraft" und "eiserner Faust" werde sich sein Land verteidigen, kündigte Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei in einer Rede an. Chamenei bezog sich auf israelische Debatten über mögliche Angriffe auf iranische Atomanlagen.

IAEA-Bericht zu Atomprogramm

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Das Atomkraftwerk in Buschehr im Südiran.

(Foto: dpa)

Die IAEA in Wien hatte am Dienstag einen alarmierenden Bericht veröffentlicht. Darin dokumentieren die Atomwächter deutliche Hinweise auf ein geheimes Atomwaffenprogramm. Demnach hat der Iran unter anderem Sprengkapseln getestet, die für eine Atombombe geeignet wären. Außerdem seien Raketen für Atomsprengsätze vorbereitet worden.

Während Israel, die USA, Frankreich und Deutschland als Konsequenz aus dem Bericht schärfere Strafmaßnahmen forderten, lehnte die UN-Veto-Macht China neue Sanktionen ab. "Wir glauben wie bisher, dass Dialog und Zusammenarbeit die einzigen zielführenden Wege sind, um die Frage des iranischen Atomprogramms richtig zu lösen. Druck und Sanktionen können den Kern des Problems nicht lösen", sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Hong Lei. Zuvor hatte sich Russland ebenfalls gegen weitere Strafen ausgesprochen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte seine "ernste Sorge" über die militärische Dimension des iranischen Atomprogramms. Wie sein Sprecher Martin Nesirky sagte, müsse der Iran die friedliche Natur seines Atomprogramms beweisen. Zugleich betonte Nesirky, Ban sei weiterhin überzeugt, dass der Konflikt nicht militärisch, sondern nur diplomatisch gelöst werden könne.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP/rts

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