Politik

Einigung zu Flügen über Syrien USA schicken "Warzenschweine" gegen IS

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Ein dutzend Flugzeuge vom Typ A-10 sollen die Angriffe auf den IS effektiver machen.

(Foto: Reuters)

Washington und Moskau haben sich bezüglich ihrer Angriffe in Syrien auf ein Memorandum geeinigt. Die US-Luftwaffe will derweil gezielter gegen Panzer in Syrien vorgehen. Dazu schickt das Pentagon ein Dutzend Kampfflugzeuge mit einer besonderen Waffe.

Für den Einsatz in Syrien haben die USA ein Dutzend Bodenkampfflugzeuge vom Typ A-10 in der Türkei stationiert. Die zwölf Maschinen, die für Angriffe im Tiefflug auf Panzer oder gepanzerte Fahrzeuge eingesetzt werden können, seien am Wochenende auf der südtürkischen Militärbasis Incirlik angekommen, sagte ein US-Regierungsvertreter. Sie seien bereits für Einsätze zur Unterstützung der US-geführten Koalition im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) in Syrien vorgesehen.

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Die schlagkräftigste Waffe der A-10 ist die Gatling-Kanone die Urankerngeschosse mit einem Kaliber von 30 Millimetern verschießen kann.

Die Maschinen, die auch unter dem Namen "Warzenschwein" bekannt sind, könnten dem US-Regierungsvertreter zufolge zum Einsatz kommen, um Kämpfer am Boden in Nordsyrien zu unterstützen, die dort gegen die IS-Extremisten kämpfen. Die USA hatten erst kürzlich Munition für die Gruppe "Syrische Arabische Koalition" in Nordsyrien abgeworfen.

Die Flugzeuge, die tiefer und langsamer als die F-16-Kampfjets fliegen, sind besonders gegen panzerbrechende Geschosse gesichert und gelten als extrem Robust. Neben Lenkflugkörpern sind sie mit der größten und feuerstärksten Bordkanone ausgestattet, die je in einem Flugzeug verbaut wurde. Die Maschinenkanone vom Typ GAU-8/A Avenger verschießt pro Minute 4200 jeweils bis zu 750 Gramm schwere Geschosse.

Einigung zwischen USA und Russland

Indes haben sich die USA und Russland in einem schriftlichen Memorandum auf direkte militärische Absprachen geeinigt, um Zwischenfälle im Luftraum über Syrien zu vermeiden. Teil des Papiers sei die Einigung auf einen "sicheren Abstand" zwischen Flugzeugen und Drohnen, sagte Pentagonsprecher Peter Cook, ohne konkrete Entfernungen zu nennen. Für den Fall, dass Piloten in der Luft nicht direkt miteinander sprechen könnten, gebe es am Boden einen weiteren Kommunikationskanal.

Das Dokument sei auf Bitten der Russen nicht veröffentlicht worden. Das russische Verteidigungsministerium sprach von einem "wichtigen Schritt". Der Text des Memorandums zur Vorbeugung von Zwischenfällen sei "präzise abgestimmt" worden, sagte Generalmajor Igor Konaschenkow in Moskau. "Wir hoffen, dass dieses Dokument für die Luftstreitkräfte aller Länder der Anti-IS-Koalition gelten wird. Die USA haben sich verpflichtet, die Regeln an alle ihre Partner weiterzugeben, die in Syrien operieren", meinte der Offizier der Agentur Interfax zufolge.

Bisher habe es eine "Handvoll" Fälle im Luftraum über Syrien gegeben, die Washington als unsicher einstufe, sagte Cook. CNN berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen im Pentagon, dass ein russischer Kampfjet sich einem US-Flugzeug auf 150 Meter genähert habe. In einem weiteren Fall habe die Entfernung einer russischen Maschine zu zwei US-Jets weniger als 500 Meter betragen.

Quelle: ntv.de, bdk/AFP

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