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Ärger über Syrien und Iran USA verprellen Saudi Arabien

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Offiziell Verbündete, doch hinter den Kulissen brodelt es: Saudi Arabiens König Abdullah und US-Präsident Obama (r.)

picture alliance / dpa

Saudi Arabien ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Verbündeter der USA im Nahen Osten. Doch das könnte sich bald ändern. Die Saudis sind offenbar unzufrieden. Die Syrienpolitik und die Annäherung an den Iran sind Schuld.

Auf Saudi Arabien konnten sich die USA in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stets verlassen. Die Saudis lieferten den Amerikanern massenweise Öl und bekamen dafür unter anderem moderne Waffen. Im Nahen Osten, wo viele Menschen den USA feindselig gegenüber stehen, waren sie zudem eine moderate Stimme. Doch nun scheint diese Freundschaft zu bröckeln.

Aus Protest gegen die Politik der USA im Nahen Osten will Saudi-Arabien künftig auf Distanz zu dem traditionellen Verbündeten gehen. Den USA sei es nicht gelungen, in der Syrienkrise oder im Nahostkonflikt wirksam zu handeln, sagte der Geheimdienstchef des Landes, Prinz Bandar bin Sultan. Außerdem rückten die USA näher an den Iran heran und hätten Saudi-Arabien nicht bei der Niederschlagung von Protesten 2011 in Bahrain unterstützt. Seit geraumer Zeit würden sich die Beziehungen zu den USA verschlechtern, wird der Prinz zitiert. Die Konsequenzen seien weitreichend und würden die Bereiche Rüstung und Ölverkäufe einschließen.

Bandar habe sich vor einigen Tagen vor europäischen Diplomaten entsprechend geäußert, hieß es in den Kreisen weiter. Ob er dies mit Billigung von König Abdullah tat, war zunächst unklar. Aus Protest gegen angebliche Doppelstandards bei den Vereinten Nationen hatte Saudi-Arabien am Freitag auf seinen Sitz im UN-Sicherheitsrat verzichtet. Die Methoden der UN erschwerten es, Konflikt und Kriege zu beenden, begründete die Regierung in Riad den Schritt.

Keine Rücksicht mehr auf USA

Bandar kündigte den Kreisen zufolge an, Saudi-Arabien werde seine Syrien-Politik künftig nicht mehr mit den USA absprechen. In dem Konflikt liefert das sunnitische Königreich Waffen an die überwiegend sunnitischen Feinde des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Diplomaten zufolge hat Saudi-Arabien dabei in der Vergangenheit Rücksicht auf US-Bedenken genommen, keine Hochtechnologiewaffen zu liefern, die später in die Hände von Al-Kaida nahestehenden Organisationen fallen könnten. Auf massives Unverständnis traf in Riad jedoch die Entscheidung der USA, auf den Einsatz von Giftgas in Syrien nicht mit einem Militärschlag zu reagieren.

Auch die jüngste Annäherung der USA an den Iran sieht Saudi-Arabien mit Skepsis. Es befürchtet, dass eine Einigung über das Atomprogramm der Islamischen Republik zu seinen Lasten gehen könnte. Die Rivalitäten zwischen dem sunnitischen Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran haben die religiösen Spannungen in der ganzen Region verschärft. Die USA und Saudi-Arabien sind seit der Unabhängigkeit des Königreiches 1932 verbündet.

Quelle: n-tv.de, vpe/rts

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