Politik

Nervenkrieg im Kosovo Übergänge heizen Konflikt an

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Deutsche KFOR-Soldaten stehen Wache am geschlossenen Genzübergang Jarinje.

(Foto: REUTERS)

Serbien will die von der internationalen KFOR-Schutztruppe gehaltenen Grenzübergänge zum Norden Kosovos umgehen und eröffnet eigenmächtig zwei neue Grenzübergänge. Hunderte Fahrzeuge fänden so den Weg ins Kosovo, "illegal", wie die Zentralregierung in Pristina betont.

Zwei von Serben neu eröffnete Grenzübergänge haben den Konflikt im Nordkosovo weiter angeheizt. Sie wollen damit den von der internationalen Schutztruppe KFOR gehaltenen Grenzposten Jarinje nach Serbien umgehen, berichteten die Medien in Pristina und Belgrad. Hunderte Fahrzeuge hätten so den Weg ins Kosovo gefunden. Eine der beiden neuen Verbindungsstraßen sei inzwischen von deutschen KFOR-Soldaten wieder geschlossen worden, hieß es weiter.

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In der ethnisch geteilten Stadt Mitrovica sind derzeit portugiesische KFOR-Soldaten stationiert.

(Foto: Reuters)

Die Versorgung Nordkosovos mit seiner serbischen Bevölkerung hängt weitgehend von Lieferungen aus Serbien ab. Vereinzelt war es in den letzten Tagen zu Engpässen in der Lebensmittelversorgung gekommen. Benzin gibt es praktisch an keiner Tankstelle mehr.

Seit einer Woche haben die Serben, die in ganz Kosovo nur eine zehnprozentige Minderheit ausmachen, den Norden mit 15 massiven Straßensperren lahmgelegt. Sie wollen damit erzwingen, dass Zollbeamte und Grenzpolizisten der albanisch dominierten Zentralregierung in Pristina von den Grenzübergängen Jarinje und dem benachbarten Brnjak abgezogen werden. Diese Grenzposten wurden bisher von Serben kontrolliert. Derzeit verrichten dort Beamte der Zentralregierung gemeinsam mit EULEX-Experten ihren Dienst. Weil aber alle Zufahrten durch serbische Straßensperren blockiert sind, sind beide Grenzübergänge verwaist.

Die angespannte Situation wird zusätzlich durch die Festnahme von 13 Serben durch die örtliche albanische Polizei in Mitrovica angeheizt. Belgrad sprach von einer "Provokation" der Regierung in Pristina. Gegen die 13 serbischen Lkw-Fahrer war am späten Mittwochabend eine 48stündige Untersuchungshaft verhängt worden, weil sie "illegal" aus Serbien ins Kosovo eingereist seien.

Die Belgrader Regierung verlangte von der EU-Rechtsstaatsmission (EULEX), den Fall an sich zu ziehen. EULEX lehnte das mit dem Hinweis ab, für diesen Fall seien die lokalen Polizeibehörden zuständig.

Quelle: n-tv.de, dpa