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Kiew gegen die Separatisten Ukrainische Armee startet Spezialeinsatz

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Frauen beten an einer Straße in Slawjansk. Im Hintergrund ist eine Straßensperre von sogenannten Selbstverteidigungskräften zu sehen.

(Foto: AP)

Die Zentralregierung in Kiew scheint entschlossen: Sie geht nun mit der Armee gegen Separatisten in der Grenzregion zu Russland vor. An verschiedenen Orten soll geschossen werden. Von Peking aus warnt der russische Außenminister Kiew scharf vor Gewalt.

Der seit langem angekündigte Spezialeinsatz der ukrainischen Regierung gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes hat begonnen. Sowohl der genaue Umfang der Operation als auch der Einsatzort der Spezialkräfte sind allerdings noch unklar. Interimspräsident Alexander Turtschinow teilte mit, die Einheiten würden im Norden des Gebiets Donezk nahe der Grenze zu Russland vorrücken. "Ziel ist der Schutz der Bürger vor Terroristen, die das Land zerreißen wollen", sagte Turtschinow im Parlament.

Die Gegner der Führung in Kiew meldeten Schusswechsel und Verletzte aus der Region. Eine Bestätigung dafür gibt es bisher nicht. Regierungskräfte hätten am Morgen das Feuer auf Straßensperren vor Slawjansk eröffnet, sagte ein Sprecher der Aktivisten. Bewaffnete hätten die Stadt umstellt. Die "Selbstverteidigungskräfte" bereiteten sich auf einen Angriff vor.

In Slawjansk und zahlreichen anderen Orten halten Separatisten Polizeistationen und Verwaltungsgebäude besetzt. Sie fordern zum Teil eine Loslösung von Kiew, zum Teil einen föderalen Staat mit weitgehenden Autonomierechten für das russisch geprägte Gebiet. Die Regierung in Kiew hatte die Aktivisten am Wochenende aufgefordert, bis zum Montagmorgen alle Gebäude zu räumen und die Waffen niederzulegen.

n-tv Reporter Dirk Emmerich ist in der Ostukraine unterwegs und twittert Eindrück von dort.

Lawrow warnt vor Scheitern in Genf

In Kiew wurde der prorussische Präsidentenkandidat Oleg Zarjow nach einer TV-Sendung von Unbekannten angegriffen und mit Schlägen traktiert. Mitarbeiter von Zarjow, der sich in einer Klinik behandeln ließ, machten Rechtsextreme für die Attacke verantwortlich. Die Präsidentschaftsahl soll am 25. Mai stattfinden.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow warnte unterdessen vor einem Scheitern der geplanten Genfer Gespräche, falls die Regierung in Kiew Gewalt gegen Separatisten anwenden sollte. Die Chancen für Verhandlungen zwischen Russland, der Ukraine, den USA und der EU würden dann erheblich sinken, sagte Lawrow, der momentan zu Gesprächen mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi in Peking ist. Moskau sei daran interessiert, dass die für diesen Donnerstag vorgesehene Zusammenkunft in Genf zustande komme, beteuerte er.

Vorwürfe der prowestlichen Regierung in Kiew, dass Russland mit Hilfe von Provokateuren die Unruhen in der Ostukraine schüre, seien "Unsinn", sagte Lawrow. Außerdem bezeichnete der Außenminister die Rufe der ukrainischen Regierung in Kiew als "völlig unangemessen", eventuell UN-Friedenstruppen in der Ostukraine einzusetzen. Der chinesischen Führung dankte Lawrow für ihre "vorurteilslose und ausgewogene Haltung" in der Krise. Anders als bei früheren internationalen Krisen unterstützt China die russische Regierung im Streit um die Ukraine nicht.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa

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