Politik

Vergessener Konflikt Uno bittet um 165 Millionen für Libyen

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1,3 Millionen Libyer leiden unter Mangelernährung - wie immer trifft es die Kinder am Schlimmsten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Banden liefern sich Straßenkämpfe, gleich zwei Regierungen beanspruchen die Macht für sich - und wie immer leidet die Bevölkerung am meisten unter den Umständen. Die Uno wendet sich in einem verzweifelten Appell an die Staatengemeinschaft.

Die Vereinten Nationen haben die internationale Gemeinschaft für das kommende Jahr um 165,5 Millionen Dollar (151,3 Millionen Euro) für die notleidende Bevölkerung in Libyen gebeten. "Wenn wir diese Summe nicht erhalten, die bescheiden im Vergleich zu dem ist, was etwa für Rüstung ausgegeben wird, müssen wir uns darauf einstellen, dass sich die humanitäre Krise verschlimmert", sagte der UN-Nothilfekoordinator für Libyen, Ali al-Zaatari, in der tunesischen Hauptstadt Tunis. "Wir rufen die Welt auf, ihre Hand den leidenden Menschen in Libyen zu reichen."

Al-Zaatari forderte eine humanitäre Waffenruhe und die Schaffung von Hilfskorridoren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte, das Geld werde für Trinkwasser, Kanalisation, Impfstoffe und andere Medikamente benötigt. Demnach leiden 1,3 Millionen Libyer unter Mangelernährung. Laut dem UN-Büro für die Koordinierung Humanitärer Angelegenheiten brauchen 2,44 der 6,3 Millionen Einwohner Schutz und humanitäre Hilfe. Besonders betroffen sind Binnenvertriebene, Flüchtlinge und Menschen, die in umkämpften Gebieten leben.

In dem nordafrikanischen Land herrschen seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 Chaos und Gewalt. Rivalisierende Milizen kämpfen um die Kontrolle der Städte, während zwei Parlamente und Regierungen jeweils die Macht für sich beanspruchen. Ein unter UN-Vermittlung ausgearbeiteter Friedensplan wurde bisher nicht umgesetzt, doch einigten sich die beiden Regierungen am Wochenende auf ein Abkommen, das die Bildung einer Einheitsregierung vorsieht.

Quelle: ntv.de, jve/AFP