Politik
Huthi-Kämpfer in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa.
Huthi-Kämpfer in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa.(Foto: dpa)
Donnerstag, 28. Dezember 2017

Militärkoalition bombt weiter: Viele Jemeniten kommen zu Tode

In Jemen ist kein Ende des Sterbens in Sicht. Das unter Leitung Saudi-Arabiens stehende Militärbündnis intensiviert seine Luftangriffe auf die Huthi-Rebellen. Dadurch gibt es eine große Zahl an zivilen Toten zu beklagen.

Bei Luftangriffen der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Jemen sind nach UN-Angaben in den vergangenen zehn Tagen 109 Zivilisten getötet worden. UN-Koordinator Jamie McGoldrick sprach von einem sinnlosen und absurden Krieg - eine für UN-Verhältnisse harsche Kritik an den Kampfhandlungen, die unter anderem von den USA und Großbritannien unterstützt werden. Die Koalition bekämpft im Jemen die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen.

Unter Berufung auf das UN-Menschenrechtsbüro verwies McGoldrick darauf, dass bei einem Angriff auf einen Markt in Al-Hajma am Dienstag 54 Menschen getötet und 32 verletzt worden seien. Acht der Toten und sechs der Verletzten seien Kinder. Am selben Tag seien beim Angriff auf einen Bauernhof im Bezirk Attohajta 14 Menschen ums Leben gekommen. An weiteren Orten starben den UN-Informationen zufolge bei Luftangriffen 41 Zivilisten.

"Diese Zwischenfälle zeigen, dass alle Kriegsparteien einschließlich Saudi-Arabiens weiterhin Menschenleben völlig missachten", erklärte der UN-Koordinator. "Es zeigt sich, dass dieser absurde Krieg nur zur Zerstörung des Landes führt und den Menschen unvergleichliches Leid bringt." McGoldrick wies darauf hin, dass nach dem Völkerrecht die Kriegsparteien Zivilisten verschonen müssten.

Die Jemeniten erleben nach UN-Angaben wegen des Krieges weltweit die schlimmste Krise: Rund acht Millionen Menschen hungern, eine Million leidet an Cholera. Die Wirtschaft des schon früher armen Landes ist zusammengebrochen.

Quelle: n-tv.de