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Große Defizite in Deutschland Viele Kinder kennen ihre Rechte nicht

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Aktion zu Kinderrechten an einer Grundschule in Schilksee, Schleswig-Holstein.

picture alliance / Georg Wendt/d

Kinder haben Rechte - zum Beispiel auf Schutz vor Gewalt, auf Mitbestimmung sowie auf Spiel, Freizeit und Erholung. Doch in Deutschland würden diese Rechte unzureichend umgesetzt, sagt das Kinderhilfswerk. Viele Kinder wissen viel zu wenig darüber.

Das Deutsche Kinderhilfswerk hat eine bundesweite Bildungsoffensive in Sachen Kinderrechte gefordert. Kinderrechte gehörten in die Lehrpläne der Schulen und sollten bereits in den Kitas zentrales Thema sein, erklärte die Organisation. "Alle Kinder haben laut UN-Kinderrechtskonvention die gleichen Rechte, die auch in Deutschland nicht hinreichend umgesetzt werden, das gilt für den Bereich der Mitbestimmung genauso wie für soziale Sicherheit", erklärte Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks.

Am 20. November 1989 war die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben worden. Seit April 1992 ist sie auch in Deutschland in Kraft. Sie soll dazu beitragen, dass Kinder geschützt aufwachsen, nach ihren Fähigkeiten gefördert und ihre Meinungen bei sie betreffenden Angelegenheiten berücksichtigt werden. So haben Kinder zum Beispiel das Recht auf Schutz vor Gewalt, das Recht auf Mitbestimmung und das Recht auf Spiel, Freizeit und Erholung.

Nicht mal ein Fünftel kennt sich gut aus

Kinderrechte hätten eine besondere Bedeutung für die Lebensrealität und auch für die Wertevermittlung, für das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein von Kindern und Jugendlichen, sagt Krüger. Sie ermöglichen, dass alle Kinder faire Chancen im Leben haben und zu starken Mitgliedern unserer Gesellschaft heranwachsen können.

In Deutschland bestehen laut einer früheren Umfrage des Kinderhilfswerks noch erhebliche Defizite bei der Bekanntheit der Kinderrechte. Nur 18 Prozent der Kinder und Jugendlichen und 15 Prozent der Erwachsenen sagen, dass sie sich hier "ganz gut auskennen und einzelne Kinderrechte nennen könnten". Etwa ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen (22 Prozent) und zwölf Prozent der Erwachsenen haben vom Thema Kinderrechte noch nie etwas gehört oder gelesen. Mehr zu den Kinderrechten erfahren Sie zum Beispiel hier.

Die Linke fordert die Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz. Da sich auch die Grünen und die Union in ihren Wahlprogrammen dazu bekannt haben, Kinderrechte im Grundgesetz festzuschreiben, wäre rein rechnerisch dafür eine Mehrheit im Bundestag sicher, erklärte Parteichefin Katja Kipping. Dazu müsse auch die Einführung einer Kindergrundsicherung gehören.

Brandenburg will sich über den Bundesrat für die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz einsetzen. "Ziel ist, die Rechte von Kindern als eigene Träger von Grundrechten in unserer Verfassung zu verankern", sagte Justizminister Stefan Ludwig (Linke) in Potsdam.

Quelle: n-tv.de, asc/dpa

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