Ceuta war "absoluter Stresstest"Wadephul fordert besseren Schutz der EU-Außengrenzen

Vor dem Wochenende stürmen zahlreiche Migranten aus Marokko die spanische Exklave Ceuta. Der Vorfall habe die Anfälligkeit der EU-Außengrenze gezeigt, warnt Außenminister Wadephul. Effektive Migrationspolitik funktioniere nicht ohne die Hilfe von Drittstaaten.
Außenminister Johann Wadephul hat die EU-Kommission dazu aufgerufen, dem Schutz der Außengrenzen "absolute Priorität" einzuräumen. Nach dem Ansturm Zehntausender Migranten auf die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika sagte er der "Bild am Sonntag": "Die Lage in Ceuta in den vergangenen Tagen war ein absoluter Stresstest, den wir bestanden haben." Die Situation habe aber die Anfälligkeit Europas gezeigt.
"Ich erwarte daher, dass die EU-Kommission dem Schutz der Außengrenzen absolute Priorität einräumt, um das Schengen-System offener EU-Binnengrenzen nicht weiter zu gefährden", sagte er. Wadephul hob hervor, dass eine effektive Migrationspolitik nicht ohne die Hilfe von Drittstaaten funktioniere. "Um illegale Migration zu kontrollieren, brauchen wir Partner außerhalb Europas, wie in diesem Fall Marokko." Spanien und Marokko hätten es gemeinsam geschafft, diese Krise schnell zu lösen - dies begrüße der Bundesaußenminister sehr.
Rund 60.000 Menschen hatten es innerhalb kurzer Zeit von Marokko aus nach Ceuta geschafft. Mindestens 67 Migranten kamen ums Leben. Nach Angaben der spanischen Regierung sind mittlerweile fast alle Migranten nach Marokko zurückgekehrt. Einsatzkräfte suchten das Meer ab. Angesichts kaum vorhandener Aussichten auf eine Weiterreise sowie fehlender Unterkünfte und Versorgung hätten die Menschen enttäuscht und freiwillig die Rückreise angetreten, berichtete die spanische Zeitung "El Pais".
"Keine einzige Person hat die Grenze zum EU-Festland überschritten" teilte EU-Migrationskommissar Magnus Brunner nach einem Telefonat mit Spaniens Außenminister José Manuel Albares mit. Am Montag kommen die Botschafter der EU-Staaten zusammen, um die Entwicklungen zu bewerten und die weitere Koordinierung zu besprechen.