Politik

Polizei interessiert am Fall Banon Wähler lehnen DSK-Kandidatur ab

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Strauss-Kahn hat eine Kandidatur bislang offen gelassen.

(Foto: dpa)

Im Oktober küren die französischen Sozialisten ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2012. Geht es nach einer Umfrage, kann sich der ehemalige IWF-Chef Strauss-Kahn die Teilnahme sparen. Zwei Drittel der Befragten sprechen sich gegen seine Kandidatur aus. Derweil interessiert sich die Pariser Polizei für Anzeige der Autorin Tristane Banon, die DSK versuchte Vergewaltigung vorwirft.

Zwei Drittel der Franzosen wollen den Namen des früheren IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn bei der Präsidentenwahl im April nicht auf dem Wahlzettel sehen. Eine noch größere Mehrheit ist einer Umfrage zufolge überzeugt, dass Strauss-Kahn, dem in den USA versuchte Vergewaltigung einer Hotel-Angestellten vorgeworfen wird, nicht für die Sozialisten antreten wird.

Bis zu den im Mai in New York erhobenen Vorwürfen war Strauss-Kahn ein politisches Schwergewicht seiner Partei und galt als aussichtsreicher Herausforderer des konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Doch die Umfrage des Instituts OpinionWay für das Magazin "Le Figaro" ergab nun, dass 65 Prozent der Befragten gegen seine Kandidatur sind. 74 Prozent meinten, dass Strauss-Kahn gar nicht erst antritt.

Sozialisten mit guten Aussichten

Sollte er verzichten, könnten Francois Hollande oder Martine Aubry für die Sozialisten ins Rennen gehen. Beiden werden gute Chancen gegen Sarkozy eingeräumt, der zurzeit bei den meisten Wählern unpopulär ist.

Selbst wenn Strauss-Kahn nach anfänglicher Untersuchungshaft und Hausarrest wieder auf freiem Fuß ist, ist das Verfahren für ihn nicht ausgestanden. Die Ermittlungen der New Yorker Staatsanwaltschaft gehen weiter, auch wenn sie inzwischen selbst erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers hegt. Strauss-Kahn wird sich seinen Anwälten zufolge in keinem der Vorwürfe schuldig bekennen. Die nächste Anhörung vor Gericht ist für den 18. Juli geplant.

Polizei nimmt Vorermittlungen auf

Derweil geht die französische Polizei der Anzeige der Autorin Tristane Banon nach, die Strauss-Kahn versuchte Vergewaltigung vorwirft. Es handele sich aber nicht um ein formelles Ermittlungsverfahren, teilten Justizbeamte in Paris mit.

sie im Februar 2003 sexuell genötigt zu haben. Der frühere französische Finanzminister sei bei einem Interview wie ein "brünftiger Schimpanse" über sie hergefallen, habe ihren BH aufgemacht und versucht, ihr die Jeans auszuziehen. Er habe ihre Brüste "begrapscht" und seine Hände in ihrem Slip gehabt, bevor sie sich habe befreien und aus der Wohnung laufen können, in der das Interview geführt wurde, hatte die 32-Jährige dem Nachrichtenmagazin "L'Express" gesagt.

Strauss-Kahn wies die Vorwürfe als "erfunden" zurück und beauftragte seine Anwälte damit, Banon wegen Verleumdung zu verklagen.

Quelle: ntv.de, rts

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