Politik

Wohnung für die Neonazis Weiterer Helfer gefunden?

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Die Wohnung in der Zwickauer Frühlingsstraße 26 soll D. gemietet haben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Bundesanwaltschaft ermittelt intensiv im Umfeld des Neonazi-Trios aus Zwickau und gewinnt immer neue Erkenntnisse. Gesucht werden weitere Unterstützer oder Mitglieder der Gruppe, nun könnte man fündig geworden sein. Ein Mann in Johanngeorgenstadt soll der Terrorzelle die Anmietung von Wohnungen ermöglicht haben.

Die für eine Mordserie verantwortlich gemachte Neonazi-Terrorzelle hatte offenbar auch in Sachsen einen Unterstützer. Die ARD berichtet, dass der in Johanngeorgenstadt lebende Neonazi Matthias D. die Wohnung in Zwickau angemietet habe, in der die Verdächtige Beate Z. von Frühjahr 2001 bis Sommer 2008 unter falschem Namen lebte.

Zudem sei der 34-Jährige nach Angaben des Vermieters auch alleiniger Mieter jener Wohnung gewesen, in der Z. mit ihren Komplizen Uwe B. und Uwe M. zuletzt Unterschlupf fand. Nach Recherchen der ARD ging die Miete von einem Konto ab, das auf den Namen von Matthias D. geführt wurde. Ein ehemaliger Schulkamerad habe berichtet, dass Matthias D. schon seit Jahren ein überzeugter Neonazi sei.

Haftbefehl gegen Holger G.

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Holger G. (M) wird dem Haftrichter vorgeführt.

(Foto: dpa)

. Es gebe den dringenden Verdacht gegen den in der Nähe von Hannover festgenommenen Holger G., seit 2007 die terroristische Vereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) unterstützt zu haben, erklärte die Generalbundesanwaltschaft. Der 37-Jährige stehe seit Ende der 90er Jahre mit den übrigen Mitgliedern in Kontakt und soll ihnen Führerschein und Reisepass überlassen haben, damit sie verborgen agieren konnten. Nach Darstellung seines Anwalts betrachtet sich Holger G. als Aussteiger aus der rechtsextremen Szene. Die Taten habe er zu keinem Zeitpunkt unterstützt oder von ihnen Kenntnis gehabt, sagte Stefan Hachmeister.

Die NSU soll mindestens zehn Morde an Deutsch-Türken, einem Griechen und einer Heilbronner Polizistin begangen haben. Der offenbar rechtsextremistische Hintergrund der Mordserie zwischen 2000 und 2007 war den Ermittlern nicht aufgefallen und kam erst ans Licht, als Anfang November und später in ihrer Zwickauer Wohnung die Tatwaffen entdeckt wurden. Gegen eine mutmaßliche Komplizin hatte der Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof am Sonntag ebenfalls Haftbefehl erlassen.         

Quelle: ntv.de, dpa/AFP/rts

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