Politik

Rechte ziehen ins Parlament Wer für die AfD in den Bundestag geht

60 Abgeordnete, vielleicht 80 oder sogar mehr wird die AfD voraussichtlich in Kürze in den Bundestag schicken. Wer sind die neuen Volksvertreter?

Wie die Wahl auch ausgehen wird - der Bundestag wird nach dem 24. September 2017 nicht mehr derselbe sein. Nach einem zwischenzeitlichen Tief gilt inzwischen als gesetzt, dass demnächst rechts der CDU/CSU eine neue Partei im Parlament mitmischt: die AfD. Möglicherweise werden die Rechtspopulisten sogar drittstärkste Kraft hinter Union und SPD.

Bei acht Prozent Stimmenanteil - und die AfD liegt in allen Umfragen derzeit deutlich darüber - gingen bis zu 60 Sitze an die AfD. Bei zehn Prozent wären es sogar 80, möglicherweise mehr. Doch wer sind die neuen Abgeordneten? Neben inzwischen prominenten AfD-Politikern wie Frauke Petry, Alexander Gauland, Alice Weidel oder Beatrix von Storch könnten viele Akteure in den Bundestag einziehen, die bisher weniger bekannt waren. Wir stellen sie vor.

Leif-Erik Holm
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(Foto: imago/IPON)

Der 37-Jährige war lange Zeit Radiomoderator unter anderem beim NDR und bei Hit Radio FFH in Frankfurt/Main. Für die AfD geht er als Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern ins Rennen und dürfte damit einen Sitz im Bundestag sicher haben. Derzeit sitzt er für die AfD im Landtag in Schwerin und hatte noch 2016 gesagt, er wolle nicht in den Bundestag einziehen: "Die Bürger haben uns nicht hier reingewählt, um nach einem Jahr wieder von der Fahne zu flüchten". Ein paar Wochen später hatte sich sein Plan geändert. Holm gibt sich gerne gut gelaunt und charismatisch. Dennoch beherrscht er den Jargon der Partei perfekt. Vor wehenden Deutschlandfahnen rief er: "Die Bürger wollen nicht, dass unser Land zu einem Kalifat gemacht wird."

Enrico Komning
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(Foto: picture alliance / Stefan Sauer/)

Auf Platz zwei der Landesliste Mecklenburg-Vorpommern - und damit so gut wie sicher im Bundestag - ist Enrico Komning. Der Rechtsanwalt war von 2000 bis 2001 Mitglied der Partei Rechtsstaatliche Offensive (Schill-Partei) und zwischen 2010 und 2012 in der FDP. Komning setzt sich für die Liberalisierung des Waffenrechts ein und sympathisiert mit der rechtsextremen Identitären Bewegung und Pegida. Für Unmut sorgte innerhalb der AfD zwischenzeitlich, dass er seinen Wehrdienst in der NVA beim Wachregiment "Feliks Dzierzynski" absolviert hat, das der Staatsicherheit unterstand.

Jens Maier
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(Foto: picture alliance / Sebastian Kah)

Die AfD liegt bei den Umfragen in Sachsen derzeit bei rund 18 Prozent. Daher sind die ersten Plätze der Landesliste quasi sicher im Bundestag. Nach der Spitzenkandidatin Frauke Petry ist das auf Platz zwei ihr Gegner Jens Maier. Der 55-jährige Richter am Landgericht gilt als Anhänger des völkischen,nationalistischen Lagers um Björn Höcke und André Poggenburg und hat als Vorredner zu Höckes "Dresdner Rede" gesprochen. Dabei forderte er ein Ende des "deutschen Schuldkults". Maier soll bei einer Veranstaltung des "Compact"-Magazins Verständnis für den norwegischen Massenmörder Anders Breivik gezeigt haben: "Breivik ist aus Verzweiflung heraus zum Massenmörder geworden". Über die NPD sagte er einmal, es sei die "einzige Partei, die immer entschlossen zu Deutschland gestanden hat".

Siegbert Droese
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(Foto: imago/Jens Jeske)

Auch der Einzug von Siegbert Droese in den Bundestag gilt als sicher. Der 48-Jährige leitende Angestellte aus Leipzig ist Teil des rechten Flügels der AfD und Mitglied der "Patriotischen Plattform". Droese hat sich im Januar für einen Schulterschluss mit der Pegida-Bewegung ausgesprochen, wofür er von Teilen der sächsischen AfD scharf kritisiert wurde. Droese sagte der "Leipziger Volkszeitung", er wolle vor allem außenpolitisch Akzente setzen. Er ist für die Abschaffung der Russland-Sanktionen und für einen dauerhaften Sitz Deutschlands im Uno-Sicherheitsrat.

Detlev Spangenberg
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(Foto: imago/Jens Jeske)

Auch mit Detlev Spangenberg wird wohl ein weiterer AfD-Politiker aus dem rechten Lager der Partei in den Bundestag einziehen. Spangenberg flüchtete 1980 unter Matratzen versteckt aus der DDR nach Westdeutschland und war jahrelang Mitglied der CDU. 2008 trat er der Wählervereinigung "Arbeit - Familie - Vaterland" bei, die unter anderem mit dem Slogan "Sachsenmut stoppt Moslemflut" warb. 2010 gründete er das "Bündnis für Freiheit und Demokratie", das unter anderem die Wiederherstellung Deutschlands in den Grenzen von 1937 forderte. 2013 trat er der AfD bei und sitzt seit 2015 im Landtag in Sachsen. Unter dem Decknamen "Bruno" war er während seines Wehrdienstes bei der NVA für die Staatssicherheit tätig.

Lothar Maier
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(Foto: imago/Lichtgut)

Auf Platz zwei der Landesliste Baden-Württemberg (hinter Spitzenkandidatin Alice Weidel) wartet Lothar Maier auf den Einzug in den Bundestag. Der ehemalige Waldorfschüler war jahrzehntelang Professor an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Bevor er in die AfD eintrat, war er 20 Jahre lang Mitglied der SPD. Maier gilt als gemäßigt: Das AfD-Programm hält er etwa bei der Ehe für alle oder beim Klimaschutz für "diskussionsfähig". Für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge möchte er einen "Sonderstatus".

Marc Jongen
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(Foto: imago/Gerhard Leber)

Der gebürtige Italiener Marc Jongen (Südtirol) ist Philosoph und Dozent an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Seine Doktorarbeit verfasste er bei dem berühmten Philosophen Peter Sloterdijk. Jongen, der seit 2011 deutscher Staatsbürger ist, wird gerne als der "philosophische Kopf" der AfD bezeichnet. Der intellektuelle Jongen argumentiert eher mit Platon, weniger mit Parolen wie Poggenburg oder Höcke. Doch die Aussagen sind inhaltlich nicht weniger radikal: Bezüglich der Flüchtlingskrise behauptete er einmal, es gebe internationale Pläne für eine "Mischbevölkerung" in Deutschland. Von Pegida-Redner Götz Kubitschek ließ er sich als große Hoffnung der Bewegung feiern.

Markus Frohnmaier
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(Foto: picture alliance / dpa)

Markus Frohnmaier ist Bundesvorsitzender der Jungen Alternative und Sprecher der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel. Zuvor war er Sprecher von Frauke Petry. Der 26-jährige Frohnmaier wird gerne als "Nachwuchsstar" der Partei bezeichnet und ist deutlich dem völkisch-nationalen Lager um Höcke und Poggenburg zuzuordnen. In der Vergangenheit fiel er immer wieder durch schrille Töne auf. "Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet, dann wird wieder Politik für das Volk und nur für das Volk gemacht", sagte er bei einer Rede in Erfurt. Nach dem Terroranschlag von Nizza forderte er ein generelles Einreiseverbot für Muslime in die Europäische Union. Obwohl er sich in einem Gespräch mit der "FAZ" von der rechtsextremen Identitären Bewegung distanziert hatte, traf er sich kurze Zeit später mit dem Sprecher der Bewegung und verbreitete selbst ein Video des Gesprächs.

Gottfried Curio
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(Foto: imago/Jens Jeske)

Hinter Beatrix von Storch als Spitzenkandidatin für Berlin wartet auf Platz zwei der Landesliste der Physiker Gottfried Curio. Er dürfte allerdings nur in den Bundestag einziehen, wenn die AfD besser als erwartet abschneidet. Curio, der bereits Mitglied des Abgeordnetenhauses der Hauptstadt ist, fiel bisher vor allem durch seine Angriffe gegen den Islam auf. Verschleierte Muslima nannte er "einen schwarzen Sack, ein Sack, der spricht". Er sagte: "Bis vor Kurzem war Deutschland noch ein Land, jetzt ist es nur noch ein Gelände". Bundeskanzlerin Merkel bezeichnete er als "Schlepper-Königin".

Bruno Hollnagel
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(Foto: picture alliance / dpa)

Der Spitzenkandidat für Schleswig-Holstein arbeitet als Wirtschaftsanalyst. Vor seinem Engagement für die AfD hat er mehrere Bücher veröffentlicht: "Euro-Crash 2007", "Die Wahrheit über den Euro", "Was wird aus unserem Geld", "Die spinnen, die Deutschen!". Hollnagel ist überzeugt, dass der Euro eines Tages Deutschland ruinieren werde, sagte er dem NDR. Politik betrachtet Hollnagel vor allem aus ökonomischer Perspektive. Unkontrollierte Zuwanderung etwa bedeutet für ihn in erster Linie unkalkulierbare Kosten. Mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble möchte er gerne in "ein Duell treten. Und da muss er sich warm anziehen", sagte er dem NDR.

Bernd Baumann
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(Foto: imago/Sven Simon)

Auch Bernd Baumann, Spitzenkandidat in Hamburg, ist Wirtschaftswissenschaftler und scharfer Euro-Kritiker. Daneben schlägt er jedoch auch deutliche Töne gegen den Islam an. Der politische Islam versuche, "die ganze Politik, die ganze Gesellschaft zu durchformen". Er glaubt, der Islam versuche weltweit die Herrschaft über alle Lebens- und Gesellschaftsbereiche zu erlangen. AfD-Forderungen nach einem Ministerium für Bevölkerungsentwicklung hält er nicht für verfassungswidrig.

Armin-Paulus Hampel
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(Foto: imago/IPON)

Hampel ist Spitzenkandidat in Niedersachsen und war früher ARD-Journalist. Zuletzt machte sein Landesverband durch finanzielle Unregelmäßigkeiten von sich reden. Nach Höckes Dresdner Rede stimmte Hampel ausdrücklich gegen ein Parteiausschlussverfahren. Er steht deutlich im national-konservativen Lager der AfD. Während einer Veranstaltung des rechten Publizisten Jürgen Elsässer applaudiert Hampel ihm, als dieser die Verschwörungstheorie der "Umvolkung" in Deutschland erläutert. Im Dezember 2016 hält er eine Rede bei dem rechtsextremen Verein "Arbeitskreis für deutsche Politik e.V.", der vom Verfassungschutz beobachtet wird. Später beteuert er, er habe nichts von der Gesinnung der Mitglieder gewusst.

Wilhelm von Gottberg
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(Foto: picture alliance / Tim Brakemeie)

Auch Wilhelm von Gottberg dürfte einen Platz im Bundestag bekommen. Der ehemalige Lehrer für Staats- und Verfassungsrecht und Psychologie an der Polizeifachschule des Bundesgrenzschutzes vertritt radikale Positionen, die an der Grenze zur Holocaustleugnung zu verorten sind. 2001 zitierte er der "Zeit" zufolge den italienischen Neofaschisten Mario Consoli mit den Worten: "Der Holocaust muss ein Mythos bleiben, ein Dogma, das jeder freien Geschichtsforschung entzogen bleibt". Zudem sagte er "Als wirksames Instrument zur Kriminalisierung der Deutschen und ihrer Geschichte wird immer noch (...) der Völkermord am europäischen Judentum herangezogen".

Martin Reichardt
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(Foto: imago/Christian Mang)

Der Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt wurde vom Landesvorsitzenden André Poggenburg persönlich vorgeschlagen. Damit ist auch klar, wo er politisch steht. Poggenburg lobte, Reichardts patriotische Einstellung passe in die national-konservative Strömung der AfD. Aufgewachsen ist der ehemalige Berufssoldat in einem SPD-Haushalt, er war später Mitglied bei den rechtsextremen "Republikanern". Zeitweise engagierte er sich jedoch auch bei der FDP.

Frank Pasemann
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(Foto: imago/Christian Schroedter)

Auf Platz zwei der Landesliste Sachsen-Anhalt und damit so gut wie sicher im Bundestag ist der Ökonom Frank Pasemann. Der 57-Jährige steht André Poggenburg nahe und bekleidet im Landesverband das Amt des Schatzmeisters. Dem MDR sagte er, er sorge sich um den Fortbestand des deutschen National- und Sozialstaats. Im Bereich Innere Sicherheit sieht er vor allem die Linken als Gefahr: "Nach den Geschehnissen von Hamburg während des G20-Gipfels muss klar sein, der Extremismus in Deutschland kommt im Augenblick von links." Für Sachsen-Anhalt wünscht er sich ab 2019 eine schwarz-blaue Koalition.

Stephan Brandner
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(Foto: picture alliance / Candy Welz / )

Spitzenkandidat in Thüringen ist Stephan Brandner, der für die AfD bereits im Landtag sitzt. Er gehört dem rechtsnationalen Lager um Höcke und Poggenburg an und fiel bisher vor allem mit Pöbeleien gegen politische Gegner auf. Justizminister Heiko Maas nannte er das "Ergebnis von Inzucht im Saarland". Die Grünen bezeichnete er als "Koksnasen und Kinderschänder", SPD-Vize Ralf Stegner ist für ihn die "Hetzer- und Hackfresse der Nation".

Jürgen Pohl
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(Foto: picture alliance / Candy Welz / )

Auch auf Platz zwei der Landesliste Thüringen findet sich ein enger Vertrauter von Rechtsaußen Björn Höcke: Jürgen Pohl. Laut "Focus"-Recherchen soll Pohl Rechtsextremen nahestehen und hat sich in einer E-Mail bei Höcke darüber beschwert, dass sich in Erfurt AfD-Mitglieder an einer Demonstration gegen die NPD beteiligt hätten. Seine Ansichten sind nicht weniger radikal als die Höckes. "Der politische Gegner hat sich die Abschaffung des deutschen Staatsvolkes und die Vernichtung des Stolzes der deutschen Nation auf die Fahnen geschrieben", sagte er bei einer Rede. Und führte weiter aus: "Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten. (...) Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk. Dann gnade euch Gott!"

Roman Reusch
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(Foto: imago/Jens Jeske)

Auf der Landesliste in Brandenburg folgt hinter Spitzenkandidat Alexander Gauland der Jurist Roman Reusch. Er wurde einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, als der Leitende Oberstaatsanwalt in einem Vortrag bei der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung ein deutlich härteres Vorgehen gegen kriminelle Ausländer forderte. Boulevardmedien feierten ihn danach als "Berlins härtesten Staatsanwalt". Ende Januar sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung in Rangsdorf: "Wenn die Blockparteien so weitermachen können wie bisher, dann hat unser Land in 20 Jahren fertig, wir wären wirtschaftlich ruiniert, von einer nicht-deutschen Mehrheit besiedelt und auf dem besten Weg in die islamische Republik."

Mariana Harder-Kühnel
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(Foto: imago/Hartenfelser)

Spitzenkandidatin in Hessen ist Mariana Harder-Kühnel, die seit April 2013 Mitglied der AfD ist. Der Rechtsanwältin gelang es, bei einer Wahlkampfveranstaltung ein Selfie mit SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz zu machen, der sie offenbar nicht erkannte. Das Bild verbreite sich rasant in AfD-Kreisen. Denn Harder-Kühnel ist eine der schärfsten Kritikerinnen von Schulz. Er sei "Merkels verlängerter Arm" in Brüssel gewesen und stehe wie "kein anderer für eine Politik der Eliten, der Entfremdung von der Bevölkerung", sagte sie im Februar. Harder-Kühnel gibt sich gerne moderat, kann aber auch andere Töne hervorbringen. Abschiebungen müssten konsequenter durchgeführt werden, sie wolle "die Freiheit und Sicherheit der Frauen und Mädchen in Deutschland bewahren."

Sebastian Münzenmaier
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(Foto: imago/Sascha Ditscher)

In Rheinland-Pfalz steht der 28-jährige Sebastian Münzenmaier auf Platz eins der Landesliste. Bevor Münzenmaier 2013 in die AfD eintrat, war er Mitglied der islamfeindlichen Partei Die Freiheit, die vom Verfassungschutz beobachtet wurde. Zu seiner Vergangenheit gehört auch ein brutaler Überfall auf Fußballfans des FSV Mainz, an dem er beteiligt gewesen sein soll. Mit 50 weiteren Hooligans soll er auf Anhänger des Vereins eingeprügelt haben. Er muss sich wegen des Vorfalls aktuell vor Gericht wegen schwerer Körperverletzung verantworten.

Christian Wirth
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(Foto: imago/Becker&Bredel)

Für den umstrittenen Landesverband im Saarland geht der Rechtsanwalt Christian Wirth ins Rennen. Der ehemalige Burschenschaftler sagt von sich selbst, er sei "preußisch erzogen" worden und vertrete "liberal-konservative" Werte. Er setzte sich in einer Nachwahl gegen seinen Mitbewerber Josef Dörr durch, dem Kontakte zur rechten "Freien Bürger Union" zum Verhängnis wurden. Wegen der Verbindungen ordnete der AfD-Bundesverband die Auflösung des Landesverbandes an. Die Auflösung wurde später vom Bundesschiedsgericht der Partei gestoppt.

Martin Hebner
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(Foto: picture alliance / Sven Hoppe/dp)

Für Bayern wird aller Voraussicht nach Martin Hebner ein Mandat im Bundestag bekommen. Er steht als Spitzenkandidat ganz oben auf der Liste des Freistaats. Hebner ist ein echter Newcomer und setzte sich bei der Wahl gegen den Landesvorsitzenden Petr Bystron durch. Hebner ist Ökonom und war lange Jahre Abteilungsleiter bei einer Bank im internationalen Umfeld. Dementsprechend gilt seine Kritik vor allem der Eurorettungspolitik. Laut "Spiegel Online" wird seine Wahl dem rechten "Flügel" unter Höcke und Poggenburg zugerechnet.

Peter Boehringer
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(Foto: David M. Reymann / CC-BY-SA 4.0)

Auf Platz zwei der Landesliste Bayern steht der Publizist Peter Boehringer. Der 48-Jährige ist ein Anhänger von Verschwörungstheorien: Er glaubt an eine elitäre Geheimgesellschaft, die im Verborgenen die Geschicke der Welt lenkt, die "New World Order" (NWO). Seiner Ansicht nach wird die deutsche Bundesregierung bereits von der NWO kontrolliert, ebenso die evangelische Kirche, die CSU, die Grünen und die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft. Flüchtlinge aus dem Nahen Osten sind seiner Ansicht nach Teil einer geplanten Invasion. Boehringer teilt in sozialen Netzwerken Beiträge des rechtsextremen Blogs "PI News" und hat ein Buch beim Kopp-Verlag veröffentlicht.

Martin Renner
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(Foto: picture alliance / Ina Fassbende)

Mit möglicherweise mehr als einem Dutzend Abgeordneten wird die AfD aus Nordrhein-Westfalen voraussichtlich die stärkste Gruppe in der Bundestagsfraktion stellen. An Platz eins der Landesliste steht ausgerechnet ein erklärter Gegner des Landesvorsitzenden Marcus Pretzell: Martin Renner. Der Höcke-Anhänger sagt, die AfD müsse "systemgenetisch eine rechte Partei sein", spricht von einer angeblichen "Selbstzerstörung unserer Kultur", behauptet, der Staat leide unter "sozialistischer Versiffung und Barbarei" und findet, die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus sei ein "Schuldkult" und eine "Hyper-Moralisierung".

Jochen Haug
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(Foto: imago/Eibner)

Auf Platz zwei der Landesliste und damit so gut wie sicher im Bundestag steht hingegen ein Anhänger von Marcus Pretzell: der Jurist Jochen Haug. Vor seinem Eintritt in die AfD war er lange Mitglied der CDU. Für die AfD sitzt er bereits im Rat der Stadt Köln, gilt als moderat. Thematisch hat er sich vor allem auf Europapolitik konzentriert und spricht sich gegen einen "EU-Superstaat" aus.

Harald Weyel
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(Foto: privat)

Der Ökonom mit Lehrauftrag an der Fachhochschule Köln engagierte sich ab 2009 bei den "Freien Wählern" und unterstützt seit 2013 die AfD. Die Partei stellt für ihn die einzige "Basis gutbürgerlichen Widerstands gegen alte wie neue (inter)nationale Übergriffe" dar. Er ist gegen "deutsche und europäische Exzesse und Fehlanreize falschester Sozial- und Wirtschaftspolitik für das In- und Ausland".

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Quelle: ntv.de