Politik

Debatte um CDU-Ausschluss Werteunion-Chef Mitsch spendete für AfD

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Sogar mit dem Gedanken gespielt, der AfD beizutreten: Wertunion-Chef Mitsch schildert in einem Interview seine Abkehr von der Partei.

(Foto: imago images / vmd-images)

Teile der CDU fordern einen Parteiausschluss der konservativen Werteunion. Deren Wortführer verwahrt sich regelmäßig gegen den Vorwurf, er wolle mit Rechtsextremen anbändeln. Nun wird bekannt: 2016 spendete Mitsch der AfD Geld. Die Höhe der Summe ist allerdings eine Überraschung.

Der Vorsitzende der rechtskonservativen Werteunion, Alexander Mitsch, hat vor einigen Jahren Geld an die AfD gespendet und einen Eintritt in die Partei in Betracht gezogen. "Während der Griechenland-Krise habe ich der AfD zweimal gespendet - 20 Euro und 100 Euro - und sogar mit dem Gedanken gespielt, ihr beizutreten", sagte Mitsch laut WDR dem ARD-Magazin "Monitor". Der Betrag von 100 Euro floss dem "Monitor"-Bericht zufolge im Dezember 2016.

Mitsch änderte seine Meinung nach eigenen Angaben nach "Begegnungen mit und Äußerungen von AfDlern". Diese seien für ihn so "abschreckend" gewesen, "dass ich mich entschlossen habe, durch die Gründung der Werteunion klare Kante gegen den immer mehr an Einfluss gewinnenden Rechtsradikalismus in der AfD zu zeigen".

CDU-Bundesvorstandsmitglied Elmar Brok sieht Mitsch durch die nun bekannt gewordenen Informationen diskreditiert. "Das zeigt, in welche Richtung dieser Mann denkt", sagte er dem TV-Magazin. "Zum Zeitpunkt der Spende war der Rechtsruck der AfD schon im vollen Gange." Deutlich schärfer äußerte sich der parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion, Jan Korte: "Offenbar hat die CDU ein Problem mit Rechtsradikalen in den eigenen Reihen, um das sich die Verantwortlichen zügig kümmern sollten".

"Konservative Basisbewegung in der Union"

Die Werteunion sieht sich selbst als "konservative Basisbewegung in der CDU/CSU". Sie argumentiert, dass die CDU unter Bundeskanzlerin und Ex-Parteichefin Angela Merkel zu weit nach links gerückt sei und wieder konservativere Positionen vertreten müsse. Die Werteunion firmiert als eingetragener Verein und zählt nicht zu den offiziellen Parteigliederungen.

Erst am Dienstag hatte der CDU-Sozialflügel von der Parteispitze eine Ausgrenzung der Gruppe gefordert. Es gebe eine "Unvereinbarkeit" zwischen einer gleichzeitigen Mitgliedschaft in der Werteunion und der CDU, der "durch einen Beschluss deutlich zu machen" sei, hatte die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) verlangt.

Quelle: ntv.de, mau/AFP