Politik

"Der Geist ist aus der Flasche" Wilders lobt Deutschland

Da gibt es endlich einmal Lob für die Politik der Bundesregierung und dann kommt die ausgerechnet vom niederländischen Islamgegner Wilders. Die deutsche Regierung habe recht, wenn sie behaupte, die multikulturelle Gesellschaft sei vollkommen gescheitert. Kanzlerin Merkel ist über den Applaus von Wilders nicht erfreut, sie werde sich nicht von ihm instrumentalisieren lassen.

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Lob vom Islamgegner Wilders. Merkel möchte gerne darauf verzichten.

(Foto: picture alliance / dpa)

In Deutschland haben die Christdemokraten nach Darstellung des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders die "die Führung auf dem Gebiet der Islamkritik" übernommen. In einer Rede vor dem Parlament in Den Haag lobte er Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie des CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer zu Problemen bei der Integration von Zuwanderern. "Frau Merkel, Sie haben Recht", betonte der Islamgegner in der von seiner Partei für die Freiheit (PVV) veröffentlichten Rede.

Merkel zeigte sich indes nicht erfreut über den Applaus von Wilders. Regierungssprecher Steffen Seibert wies zudem zurück, dass sich Merkel "islamkritisch" geäußert habe. "Das ist nicht wahr. Man wird die Kanzlerin nicht als Islamkritikerin interpretieren können. Sie habe nicht den Islam als wichtige Weltreligion kritisiert, sondern das konkrete Fehlverhalten Einzelner.

Seibert betonte: "Die Bundeskanzlerin äußert ihre Überzeugung unabhängig davon, wer ihr im In- und Ausland beipflichtet oder widerspricht. Mit Sicherheit macht sie keine Äußerungen, um genau aus dieser Ecke Beifall zu bekommen."

Merkel sagt, "was Millionen denken"

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Wilders will Zuwanderung und Asyl stark verringern.

(Foto: dapd)

Wilders hatte in der Parlamentsdebatte weiter erklärt: "Wenn selbst die Bundeskanzlerin sagt, dass die multikulturelle Gesellschaft vollkommen gescheitert ist, dann will das etwas heißen. Schließlich breche die wichtigste Politikerin der Christdemokraten im wichtigsten Land Europas ein Tabu und sage, wie es ist. "Und sie sagt, was Millionen Menschen denken."

Zugleich verwies Wilders auf die Forderung Seehofers nach Zuzugsbeschränkungen für Türken und Araber. "In Deutschland erklären inzwischen zwei Drittel der Bevölkerung: Der Islam gehört nicht zu unserem Land". Dies sei eine Reaktion auf die Äußerung des Bundespräsidenten Christian Wulff, der Islam gehöre zu Deutschland.

Wilders fühlt sich bestätigt

Europas politische Landschaft verändere sich, sagte Wilders. "Niemand kann verhindern, dass Bürger für die Bewahrung ihres Landes und ihrer Kultur stimmen. Der Geist ist aus der Flasche." Die neue Regierung der Niederlande werde für eine "sehr substanzielle Verringerung von Zuwanderung und Asyl" sorgen. Wilders' PVV wurde bei Parlamentswahlen im Juni drittstärkste Partei des Landes. Sie ist nicht direkt an der Regierung beteiligt, verschafft ihr aber die Mehrheit im Parlament und verfügt daher über erheblichen Einfluss.

Quelle: ntv.de, dpa