Politik

Aussage im Glaeseker-Prozess Wulff erinnert sich wieder

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Wulff bei seiner Aussage im Glaeseker-Prozess vor dem Landgericht Hannover, durch ein Fenster fotografiert.

dpa

Das Verhältnis von Ex-Bundespräsident Wulff und seinem ehemaligen Sprecher Glaeseker war eng. Wie eng, das erzählt Wulff nun vor dem Landgericht Hannover. Dabei revidiert er eine frühere Aussage. Ihm sei da wieder etwas eingefallen.

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Manfred Schmidt soll Glaeseker bestochen haben - mit gemeinsamen Urlauben.

(Foto: dpa)

Was wusste Wulff? Darum ging es in der Fortsetzung des Glaeseker-Prozesses vor dem Landgericht Hannover. Die große Frage war, ob Wulff informiert war, dass sein ehemals engster Mitarbeiter Glaeseker mit dem Partymanager Manfred Schmidt Urlaube in Spanien und Frankreich verbracht hat. Bislang leugnete er dies oder schob Erinnerungslücken vor.

Ganz andere Töne nun bei seiner Zeugenaussage: "Olaf erzählte gelegentlich, dass er sich mit Manfred getroffen hat", sagte Wulff. Die Treffen sowie eine gemeinsame Autozugfahrt von Deutschland nach Südfrankreich seien ihm "inzwischen wieder eingefallen".

Im Glaeseker-Prozess geht es um Bestechung. Glaeseker wird von der Anklage vorgeworfen, sich zwischen 2007 und 2009 bei den Prominenten-Festen "Nord-Süd-Dialog" über Gebühr bei der Sponsorensuche engagiert zu haben.

Dies alleine wäre keine Straftat - im Gegenzug soll Glaeseker aber vom mitangeklagten Partymanager Schmidt zu Flugreisen und Urlauben in Südfrankreich und Spanien eingeladen worden sein. Die Staatsanwaltschaft beziffert den Streitwert auf rund 12.000 Euro. Die Angeklagten weisen die Vorwürfe von sich und erklären die Reisen mit ihrer langjährigen Freundschaft.

Auch Wulffs Ex-Frau erzählte von Urlaubsangebot

In dem seit Dezember laufenden Prozess gegen Glaeseker hatten zuvor bereits mehrere Zeugen erklärt, Wulff sei immer über die Aktivitäten Glaesekers informiert gewesen. Dem hatte Wulff widersprochen - bis jetzt.

So hatte etwa Wulffs erste Ehefrau Christiane gesagt, Glaeseker habe sie im Namen Schmidts und in Anwesenheit des damaligen niedersächsischen CDU-Ministerpräsidenten ebenfalls zu einer Reise eingeladen. "Ich selbst habe keine Erinnerung an das Gespräch", sagte Wulff, fügte aber hinzu: "Ich bin fest davon überzeugt, dass meine Frau die Wahrheit gesagt hat."

Wulff beschwerte sich erneut über Indiskretionen aus seiner Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft. Er charakterisierte Glaeseker - mit dem er sich mittlerweile überworfen hat - als überaus pflichtbewussten und ehrgeizigen Mitarbeiter. Glaeseker habe ein "überbordendes Engagement" an den Tag gelegt, welches weit über seine eigentlichen Aufgaben als Pressesprecher hinausgegangen sei, sagte Wulff.

Wulff befürchtete "totale Verschmelzung"

Ähnlich hatten sich auch Glaeseker selbst sowie andere Zeugen im Prozess geäußert. Der damalige Regierungssprecher habe immer zum Wohle des Landes über seine Aufgaben hinaus gearbeitet, dafür habe er ihm stets ein "grenzenloses Vertrauen entgegengebracht", so Wulff.

Jenseits des engen Arbeitsverhältnisses "rund um die Uhr" habe er aber bewusst ein gemeinsames Privatleben mit Glaeseker gemieden, betonte Wulff. "Das wäre die totale Verschmelzung gewesen." Stattdessen habe er stets darauf geachtet, dass es eine "Selbstschutzgrenze" gebe. Daher hätten beide nie gemeinsame Urlaube gemacht.

Erst vor wenigen Wochen hatte Glaeseker im Prozess gegen Christian Wullf ausgesagt, in dem es ebenfalls um Korruption geht. Der ehemalige niedersächsische Regierungssprecher gab allerdings an, sich nicht mehr an die Umstände von Wulffs umstrittenen Oktoberfestbesuch erinnern zu können.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa/AFP

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