Politik

Beliebter Zufluchtsort Zahl der Asylbewerber steigt

Deutschland bleibt ein beliebter Zufluchtsort für Flüchtlinge. Rund 45.000 stellten im vergangenen Jahr einen Asylantrag in der Bundesrepublik. Mehr Flüchtlinge ziehen nur Frankreich und die Vereinigten Staaten an.

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Auch die Tsunami- und Atomkatastrophe in Japan veranlasste Menschen, Unterschlupf in Deutschland zu suchen: Schüler der deutschen Schule in Tokio machen ihr Abitur in Köln.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Zahl der Asylbewerber in den Industrieländern ist im vergangenen Jahr nach UN-Angaben um 20 Prozent gestiegen. Insgesamt gab es 2011 in 44 Ländern rund 441.300 Asylanträge, im Vorjahr waren es lediglich 368.000. Grund für den hohen Anstieg seien vor allem die Auswirkungen des Arabischen Frühling.

Die Zahl der Asylbewerber aus Tunesien stieg nach Angaben des UN-Flüchtlingskommissariats von 900 im Jahr 2010 auf 7900 Anträge im vergangenen Jahr. Libyer stellten 2011 insgesamt 3800 Anträge und damit fünf Mal so viele wie im Jahr davor. Daneben gab es 8400 Asylanträge von Menschen aus Syrien, was einen Anstieg um 68 Prozent entspricht.  in der Elfenbeinküste stieg auch die Zahl der Anträge aus dem westafrikanischen Land um 180 Prozent auf 5200 an.

"Die hohe Zahl der Asylanträge zeigt deutlich, dass 2011 ein Jahr großer Schwierigkeiten für sehr viele Menschen war, sagte UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres. Trotz des hohen Anstiegs von Flüchtlingen aus arabischen Ländern kamen die meisten Asylanträge nach UN-Angaben aus Afghanistan. Mehr als 35.000 Menschen aus dem Land suchten Schutz in den Industrieländern. 24.400 Asylanträge kamen aus China, gefolgt vom Irak mit 23.500.

Auf Platz eins der beliebtesten Länder für Einwanderer listet die UNO weiterhin die USA. 74.000 Anträge wurden in den Vereinigten Staaten gestellt. Frankreich liegt mit 51.900 auf Platz zwei der Statistik, Deutschland mit 45.700 Anträgen auf Platz drei.

Auch in Deutschland nahm die Zahl der Asylanträge zuletzt zu. Vor fünf Jahren forderten nur rund 19.000 Menschen Asyl in der Bundesrepublik. Bis zum Jahr 2010 stieg die Zahl auf 40.000 und erhöhte sich letztlich auf rund

Langfristig betrachtet ist die Zahl der Asylbewerber in Deutschland aber keinesfalls auf einem Hoch. Anfang der 90er Jahre suchten hundertausende Flüchtlinge Schutz in der Bundesrepublik.

Quelle: ntv.de, ieh/AFP