Politik

Javid, Hunt, Zahawi, Mordaunt Zahl der möglichen Johnson-Nachfolger steigt

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Die Kandidatur von Ex-Gesundheitsminister Javid kam nicht unerwartet.

(Foto: AP)

Vier weitere prominente Abgeordnete bewerben sich um die Nachfolge von Premierminister Johnson als Chef der konservativen Tory-Partei. Damit gibt es jetzt neun mögliche Kandidaten und Kandidatinnen. Ein Minister im bisherigen Johnson-Kabinett ist jedoch nicht darunter.

Wenn der Stuhl des bisherigen britischen Premierministers Boris Johnson frei wird, gibt es jede Menge Bewerber und Bewerberinnen auf die Nachfolge. Die Zahl der Kandidaten und Kandidatinnen für seine Nachfolge als Tory-Chef stieg inzwischen auf neun. Handelsministerin Penny Mordaunt kündigte am Sonntag ihre Kandidatur an. "Unsere Führung muss sich ändern. Es muss weniger um die Person an der Spitze gehen und viel mehr um das Schiff", twitterte die 49-Jährige. Mordaunt hat sich als vehemente Brexit-Unterstützerin einen Namen gemacht und ist bei der Parteibasis sehr beliebt.

Drei politische Schwergewichte hatten am Samstag ihren Hut in den Ring geworfen: der zurückgetretene Gesundheitsminister Sajid Javid, der amtierende Finanzminister Nadhim Zahawi sowie der ehemalige Gesundheits- und Außenminister Jeremy Hunt. Javid und Hunt kündigten in Interviews mit dem "Sunday Telegraph" an, im Falle einer erfolgreichen Kandidatur die Körperschaftssteuer von 25 auf 15 Prozent zu senken. Auch Zahawi sprach sich für Steuersenkungen aus. Das Trio zählt aber nicht zum engeren Favoritenkreis. Hunt hatte sich bereits 2019 um den Parteivorsitz beworben, konnte sich aber nicht gegen Johnson durchsetzen.

Der Premierminister hatte am Donnerstag nach einer beispiellosen parteiinternen Revolte wegen einer Reihe von Skandalen seinen Rücktritt als Parteichef angekündigt. Damit ist auch sein Aus als Regierungschef besiegelt. Er kündigte aber an, noch bis zur Wahl eines Nachfolgers im Amt zu bleiben, was bis zum Herbst dauern könnte. Im Rennen um Johnsons Nachfolge hatten sich zuerst der einflussreiche Abgeordnete Tom Tugendhat sowie Generalstaatsanwältin und Brexit-Befürworterin Suella Braverman aus der Deckung gewagt.

Am Freitag verkündete auch der aus Protest gegen Johnson zurückgetretene Finanzminister Rishi Sunak seine Kandidatur. Die ebenfalls gerade zurückgetretene Gleichstellungsministerin Kemi Badenoch und Verkehrsminister Grant Shapps machten ihre Ambitionen am Samstag öffentlich.

Wallace winkt ab

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Verteidigungsminister Ben Wallace, der als einer der Favoriten auf Johnsons Nachfolge galt, verzichtet hingegen auf eine Kandidatur. Beobachter hatten den 52-Jährigen zu den aussichtsreichsten Kandidaten für Johnsons Nachfolge gezählt. "Nach sorgfältiger Abwägung und Gesprächen mit Kollegen und meiner Familie habe ich die Entscheidung getroffen, nicht ins Rennen um die Führung der Konservativen Partei zu gehen", schrieb Wallace auf Twitter. Dies sei "keine einfache Wahl" gewesen. Sein "Fokus" liege aber auf seinem gegenwärtigen Amt. Wallace hat als Verteidigungsminister angesichts des Ukraine-Kriegs einen verantwortungsvollen Posten und erntete dafür viel Lob.

Es wird damit gerechnet, dass sich noch weitere Regierungsmitglieder um Johnsons Nachfolge bewerben, unter ihnen Außenministerin Liz Truss. Sunak gilt derzeit als einer der Favoriten auf den Tory-Chefposten. In einer aktuellen Umfrage unter den Tory-Mitgliedern landete Sunak knapp vor Truss auf dem ersten Platz. Ein Zeitplan für die Wahl des Parteivorsitzenden der konservativen Tories soll am Montag ausgearbeitet werden. Der Nachfolger soll Boris Johnson auf einem Parteitag Anfang Oktober offiziell ablösen.

Quelle: ntv.de, sba/AFP

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