Politik

Ägyptens Militär sauer auf Bericht aus Kuwait Zeitung plaudert Al-Sisis Kandidatur aus

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"Wenn das Volk es wünscht" wird Militärchef al-Sisi auch Präsident.

(Foto: REUTERS)

Ägyptens Militär ärgert sich über einen Bericht, nach dem Feldmarschall al-Sisi bei den Präsidentschaftswahlen antritt. Zwar wird der populäre Armeechef mit deutlichen Worten zitiert, er sei jedoch falsch interpretiert worden.

Das ägyptische Militär hat einen Zeitungsbericht aus Kuwait zurückgewiesen, in dem Armeechef Abdel Fattah al-Sisi seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl angekündigt haben soll. Al-Sisi sei "falsch interpretiert" worden, erklärte die Armee, ohne jedoch die mögliche Absicht ihres Chefs zu einer Kandidatur zu dementieren. Wenn al-Sisi antreten wolle, werde er das nur "vor dem ägyptischen Volk" ankündigen.

Die kuwaitische Zeitung "Al-Sejassah" hatte al-Sisi mit den Worten zitiert: "Ja, die Entscheidung ist gefallen." Er habe "keine andere Wahl, als dem Ruf des ägyptischen Volkes zu folgen", sagte er. Dem ägyptischen Volk wolle er keine falschen Versprechungen machen, sollte er gewählt werden.

Die Äußerungen des Feldmarschalls seien allerdings "nichts weiter als journalistische Interpretationen" und auch keine direkten Zitate gewesen, erklärte das Militär kurz darauf. "Die Entscheidung, bei den Präsidentschaftswahlen anzutreten oder nicht ist eine persönliche Entscheidung", hieß es weiter. Diese werde al-Sisi persönlich vor dem ägyptischen Volk äußern, "er und niemand anders und zwar mit klaren und direkten Worten".

"Wenn das Volk es wünscht"

Al-Sisis Präsidentschaftsbewerbung gilt dennoch als ausgemacht. Er ist populär und hat deshalb große Chancen, bei einer Kandidatur die Wahlen auch zu gewinnen. Außerdem gibt es bislang keine ernsthaften Gegenkandidaten.

Ende Januar hatte die Armeeführung, deren oberster Vertreter al-Sisi ist, grünes Licht für eine Präsidentschaftskandidatur des 59-Jährigen gegeben. Zuvor hatte der amtierende Militärchef seine Bereitschaft zur Kandidatur für das Präsidentenamt bekundet, "wenn das Volk es wünscht". Die Wahl soll Mitte April stattfinden, ihr sollen dann Parlamentswahlen folgen.

Al-Sisi gilt seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär Anfang Juli 2013 als der wahre starke Mann in Ägypten. Er genießt in weiten Teilen der Bevölkerung hohes Ansehen. Zuletzt bekleidete er neben dem Amt des Armeechefs in Personalunion die Posten des Verteidigungsministers und des Vizeregierungschefs.

Der Feldmarschall gilt als Drahtzieher des Sturzes Mursis. Die Muslimbruderschaft, der Mursi angehört, wirft al-Sisi deshalb vor, geputscht zu haben und die demokratischen Fortschritte zu untergraben, die seit dem Ende von Mubaraks Herrschaft 2011 erzielt worden seien.

Quelle: ntv.de, jog/AFP/rts

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