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Sprecher der libyschen Rebellen Wer ist Mustafa Dschalil?

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Der "Revolutionsführer" ist am Ende.

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Er war Justizminister unter Gaddafi - jetzt sitzt er als Vorsitzender im Nationalen Übergangsrat: Dschalil könnte zum wichtigsten Mann des demokratischen Aufbruchs aufsteigen und Libyen in die Freiheit führen.

Vor einem halben Jahr war der Mann mit dem dünnen grauen Bart und der Halbglatze im Ausland kaum bekannt. Doch mit dem Aufstand gegen Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi wurde der Chef des oppositionellen Nationalen Übergangsrates, Mustafa Abdel Dschalil, zur wichtigsten Figur des Widerstands. In den vergangenen Tagen trat der 59-Jährige immer wieder vor die Presse, um die Erfolge der Rebellen zu verkünden. Dschalil war er es, der die Festnahme von Gaddafis Sohn Seif al-Islam bekanntgab.

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Der Vorsitzende des libyschen Übergangsrates Mustafa Abdel Dschalil.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seine Karriere weist eine bemerkenswerte Wendung auf: Dschalill war drei Jahre lang Justizminister unter Gaddafi. Schon in dieser Zeit tat er nicht alles, was der für die blutige Unterdrückung seiner Gegner bekannte Revolutionsführer von ihm verlangte. So zeigte der Jurist sich bereit, Gefangene aus dem berüchtigten Gefängnis Abu Salim freizulassen. Die gefürchtete Einrichtung unterstand allerdings nicht seinem Ministerium, sondern dem libyschen Geheimdienst.

In regimekritischen Kreisen fiel der Minister damit sofort auf. Eine Aktivistin errinnert sich, sie habe den Minister 2009 gefragt, ob in der Anstalt tatsächlich 330 Häftlinge ohne jede rechtmäßige Grundlage einsäßen. Dschalil habe das bestätigt, sagt Heba Morayef von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. "Er hat uns beeindruckt, denn er war wirklich ein ehrenwerter Mann", erklärt Morayef ihre Einschätzung.

Lob von Amnesty International

Dschalil sei als Minister wahrscheinlich der "unabhängigste Geist der Regierung" gewesen, meint auch Malcolm Smart, Leiter der Nahost- und Nordafrikaabteilung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. "Sicher war er drei Jahre lang Minister einer Regierung mit einer langen Geschichte von Menschenrechtsverletzungen. Dennoch scheint er, als er im Amt war, auf eine Verbesserung hingearbeitet zu haben", fasst Smart die Amtszeit Dschalils zusammen.

Mit seinem Einsatz für die Gefangenen von Abu Salim war Dschalil bereits vor Jahren eine Art Vorreiter des Aufstands gegen Gaddafi. Denn die berüchtigte Haftanstalt war es, die schließlich im Februar die Proteste auslöste: Demonstranten forderten die Freilassung eines Anwalts von Familien, deren Angehörige 1996 bei einer Schießerei in dem Gefängnis ums Leben kamen.

Offene Worte gegen Gaddafi

Im Januar 2010 waren die Zustände in Abu Salim auch der Grund für den Minister, sein Amt aufzugeben. Bei der Jahrestagung des Parlaments, die vom Fernsehen übertragen wurde, kündigte er seinen Rücktritt an. Wegen "Behinderung" durch den Staatsapparat könne er die unschuldigen Gefangenen von Abu Salim nicht freilassen, sagte er damals.

Doch Gaddafi verweigerte dem Reformer den gelungenen Abgang. Erst ein Jahr später durfte sich Dschalil aus dem Amt zurückziehen. Als Gaddafis Truppen in der Rebellenhochburg Bengasi auf friedliche Demonstranten schossen, wechselte Dschalil Mitte Februar endgültig die Seiten. Er gründete zusammen mit anderen Größen des libyschen öffentlichen Lebens den Nationalen Übergangsrat als Organisation für die Kräfte der Opposition.

Einen ersten Erfolg verzeichnete Dschalil, als der französische Präsident Nicolas Sarkozy ihn am 10. März im Elysée-Palast empfing und den Nationalen Übergangsrat als legitime Vertretung des libyschen Volkes anerkannte. Eine Woche später begannen die Luftangriffe auf Stellungen der Truppen Gaddafis, dessen Herrschaft nun vor dem Zusammenbruch steht. "Das Ende ist sehr nahe, mit Gottes Hilfe", sagte Dschalil kurz vor dem Vormasch der Rebellen auf die Hauptstadt.

Quelle: n-tv.de, AFP

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22.05.09