Nur vier sind "gut"8 von 25 Olivenölen sind "mangelhaft"

Olivenöl steht für Gesundheit, Genuss und südländische Lebensart und ist ziemlich teuer geworden. Noch dazu hat die Qualität der Öle in letzter Zeit rapide nachgelassen, wie Warentest feststellen muss.
Unverzichtbarer Teil der vielgepriesenen mediterranen Ernährung ist Olivenöl.. Und steht für die damit einhergehenden gesundheitlichen Vorteile, die pflanzliche Fette im Allgemeinen und Olivenöl im Besonderen zu bieten haben. Nur leider ist gutes Olivenöl zur Rarität geworden.
Die Stiftung Warentest hat 25 Olivenöle zu Preisen zwischen 7,99 und 54 Euro je Liter untersucht und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis. Nur 4 Produkte schneiden "gut" ab, 8 fallen mit "mangelhaft" durch. Die Gründe für die mittelmäßige Bilanz: minderwertige Aromatik und bedenkliche Schadstoffbelastungen. "Der deutsche Olivenölmarkt gilt als besonders streng, doch was wir in den Regalen finden, ist immer öfter nur noch Mittelmaß", sagt Dr. Jochen Wettach, Testleiter bei Warentest. Olivenöl nativ extra muss fehlerfrei riechen und schmecken - so fordert es die EU-Olivenölverordnung. Typischerweise ist es fruchtig, bitter und scharf.
Untersucht wurden vor allem Olivenöle der höchsten Güteklasse "nativ extra" aus Supermärkten, Discountern und Bioläden. Die Preisspanne reichte von 7 bis 54 Euro pro Liter. Im Labor prüfte ein Expertenteam Geschmack, Geruch, Schadstoffe, Verfälschungen und gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe wie Polyphenole.
Moah, DBP und mieser Geschmack
Besonders problematisch sind Mineralöle vom Typ Moah (aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe), die als möglicherweise krebserregend gelten. Drei Öle waren so stark belastet, dass die EU-Behörden eine Marktentnahme empfehlen würden. Betroffen hiervon war unter anderem das "Ybarra Clásico Afrutado Extra Virgin Olive Oil". Zudem wurde ihm ein stichig-schlammiger und ranziger Geschmack attestiert ("mangelhaft", Note 5,4). Das Bio-Olivenöl von Rossmann ("EnerBio Griechisches natives Olivenöl extra") fiel durch eine auffällige Belastung mit dem Weichmacher DBP auf - ein Vielfaches der zulässigen Menge - und wurde mit "mangelhaft" (Note 5,3) bewertet. DBP gilt als fortpflanzungsschädigend.
Den Testsieg sicherte sich das "Alnatura Olivenöl nativ extra" für 13,98 pro Liter ("gut", Note 2,3).
Zum Schluss noch eine gute Nachricht: Die Gehalte an Polyphenolen sind wieder etwas höher als in den zwei vorigen Tests. Die sekundären Pflanzenstoffe schützen Zellen vor schädlichen Einflüssen. Gut zwei Esslöffel Öl am Tag reichen für den positiven Effekt, wenn es pro Kilo 250 Milligramm Polyphenole enthält. Alle Öle im Test bringen diese Menge mit. Polyphenole sind einer der Gründe, warum Olivenöl als gesund gilt.