Ratgeber

Vorräte für den Ernstfall Das sollten Sie wirklich zu Hause haben

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Reißenden Absatz findet auch Dosenbrot - das hält sich schon mal 50 Jahre.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Das Coronavirus sorgt für einen Ausnahmezustand. Von Hamsterkäufen sollte aber unbedingt abgesehen werden - unabhängig davon, wie sich die Situation noch entwickelt. Stattdessen sollten sich Waren aus der Notfall-Liste des Bundesamtes für Katastrophenschutz in jedem Haushalt befinden. Hier ist sie.

Weit über 6000 Corona-Fälle gibt es inzwischen in Deutschland. Und auch in den Nachbarländern steigen die Zahlen drastisch an. Italien ist aktuell das europäische Land, das am stärksten von der Pandemie betroffen ist. Das Virus ist plötzlich gefährlich nah. Christoph Unger, der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, erklärt, wie Sie sich am besten auf eine Notsituation vorbereiten und welche Vorräte Sie daheim haben sollten.

Was ist in einem Notfall zu tun?

"Wir raten der Bevölkerung grundsätzlich, dass sie sich auf Krisen und Katastrophen vorbereiten soll. Dazu gehört auch das Anlegen eines Notvorrats", so Unger. Empfohlen wird dabei ein Vorrat, der für zehn Tage ausreicht: "Wichtig ist, dass alle Menschen sich darüber Gedanken machen und zumindest für ein paar Tage Vorräte haben - am besten wäre natürlich ein Zeitraum von zehn Tagen."

Beispiel für einen zehntägigen Grundvorrat an Getränken und Lebensmitteln für eine Person:

  • 20 Liter Wasser
  • 3,5 Kilogramm Getreide, Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis (insgesamt)
  • 2,5 Kilogramm Obst (in Dosen oder Gläsern) und Nüsse
  • 4 Kilogramm Hülsenfrüchte und Gemüse (in Dosen oder Gläsern)
  • 2,6 Kilogramm Milch und Milchprodukte
  • 1,5 Kilogramm Fisch, Fleisch und Eier beziehungsweise Volleipulver (Eier sind nur wenige Tage, Volleipulver mehrere Jahre haltbar)
  • 0,4 Kilogramm Fette und Öle
  • Lebensmittel, die nicht erhitzt oder gekocht werden müssen (Zucker, Honig, Schokolade, Mehl, Instantbrühe, Hartkekse, Salzstangen) - Menge nach Belieben

Dieser Vorrat entspricht etwa 2200 Kilokalorien pro Tag und deckt somit im Regelfall den Gesamtenergiebedarf ab.

Außerdem sollten sich folgende Dinge für mögliche Notsituationen immer im Haus befinden:

Medizinische Versorgung:

Wichtige, vom Arzt verschriebene Medikamente
Schmerz- und fiebersenkende Medikamente
Mittel gegen Durchfall, Übelkeit und Erbrechen
Verbandskasten
Fieberthermometer

Drogerieartikel:

  • Desinfektionsmittel
  • Seife/Waschmittel in doppelter Ausführung
  • ausreichend Toilettenpapier
  • Zahnbürste und Zahnpasta in doppelter Ausführung

Sonstiges:

  • Kerzen, Teelichter
  • Campingkocher
  • Taschenlampe
  • Reservebatterien
  • Desinfektionsmittel

Wie ernst ist die Lage?

"Wir haben aktuell durch das Robert-Koch-Institut die Ansage, dass die Lage in Deutschland noch nicht dramatisch ist. Wir sagen aber, dass sich jeder - egal, ob es akute Gründe gibt oder nicht - auf Krisensituationen vorbereiten sollte. Allgemein ist das richtig und wichtig."

Der Präsident für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hält eine Absperrung wie in Italien jedoch für kaum vorstellbar in Deutschland: "Gewisse Quarantänemaßnahmen sind vorstellbar, wie weit die gehen, haben aber die Gesundheitsbehörden vor Ort zu entscheiden. Wir haben ja Erfahrung mit der Schweinegrippe, mit der Vogelgrippe, mit Sars. Aufgrund dessen gibt es Übungen, die intern durchgeführt werden, um damit besser zurechtzukommen. Es gibt Pandemiepläne und Risikoanalysen. Also ich glaube, Deutschland ist nach aktuellem Stand gut aufgestellt."

Wie geht man jetzt am besten vor?

"Man sollte den Empfehlungen des RKIs zum persönlichen Verhalten folgen und sich beispielsweise die Hände waschen und desinfizieren, Menschen nicht anhusten und so weiter. Und, ganz wichtig: Nicht in Panik verfallen!"

Quelle: ntv.de, awi