Ratgeber

Übergriffe im Job Auf sexuelle Belästigungen sofort reagieren

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Zweifelsfrei eine körperliche sexuelle Belästigung.

Ein dummer Spruch, eine anzügliche Geste oder sogar eine dreiste Berührung - sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz gibt es in verschiedener Form. Doch egal wie die Anmache erfolgt, Betroffene sollten sich immer sofort zur Wehr setzen.

Wer eine Situation im Job als übergriffig empfindet, sollte sofort reagieren, heißt es in der Zeitschrift "topeins - Das Magazin für Führungskräfte" (Ausgabe 06/2018) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Dazu gehören drei Schritte: Zunächst sollten Betroffene aussprechen, was gerade passiert ist. Dann erklären, was das mit ihnen macht. Und schließlich sollten sie fordern, was das Gegenüber künftig tun oder lassen soll. "Die belästigende Person muss sofort begreifen, dass sie eine Grenze überschritten hat", erklärt Heike Schambortski, Präventionsexpertin der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) in der Zeitschrift.

Auch auf Diskussionen sollte man sich keinesfalls einlassen, egal, was das Gegenüber sagt: Wer sich verletzt fühlt, hat Recht. Und was eine Verletzung ist, bestimmt die verletzte Person, nicht die verletzende. Selbstsicher auf Belästigungen zu reagieren, ist aber für die meisten Menschen schwierig. Im Unternehmen sollten deshalb entsprechende Trainings angeboten werden.

Es sei zudem ratsam, sich seinem Vorgesetzten anzuvertrauen. Der könne der betroffenen Person den Rücken stärken, sich die Szene bezeugen lassen und dafür sorgen, dass die belästigende Person in die Schranken gewiesen wird. Außerdem ist die Führungskraft dafür verantwortlich, dass der Vorfall im Betrieb ordentlich aufgearbeitet wird. Etwa, indem sie die vorgefallene Situation in einem Gespräch detailliert erfasst, die beschuldigte Person anhört, über richtiges Verhalten aufklärt und daraus angemessene Maßnahmen ableitet.

Nicht immer aber sind Ignoranz oder unterschiedliche Wahrnehmungen Ursache einer etwaigen Untätigkeit von Vorgesetzten. "Auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber haben Schwierigkeiten, über sexuelle Gewalt zu sprechen", so die Präventionsexpertin. Sie empfiehlt, das Thema zum Teil der betrieblichen Präventionskultur zu machen. Dadurch verliert es seinen Sonderstatus und wird in ein übergeordnetes Arbeitsschutz-Konzept integriert.

Im ersten Schritt sollte eine Leitlinie erarbeitet werden. "Sie schafft ein gemeinsames Verständnis darüber, was sexuelle Belästigung ist und wie damit umgegangen werden soll", erläutert Schambortski. "Allein das Vorhandensein der Leitlinie schafft ein Klima der Offenheit und Transparenz und ermutigt betroffene Personen, sich anzuvertrauen."

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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