Ratgeber

Ballast im Portemonnaie Braucht man den Kassenbon?

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Bei größeren Anschaffungen hat es Sinn, den Kassenzettel aufzubewahren.

(Foto: imago/Westend61)

Der Einkauf ist geschafft, die Zahlung geleistet. Zum Abschluss bekommt der Kunde noch einen Beleg über die getätigten Käufe - den Kassenzettel. Stellt sich die Frage, hat es sich damit oder kann der Bon nun weg?

In Ländern wie Österreich oder Slowenien ist das Leben einfach. Zumindest dann, wenn man es auf die Frage reduziert, ob man den Kassenbon nach dem Einkauf aufheben soll oder entsorgen kann. Denn hier gilt die Belegpflicht. Das heißt, in beiden Ländern muss der Bon aufgehoben und auf Verlangen der jeweiligen Finanzbehörde auch vorgezeigt werden. Was verhindern soll, dass Geschäfte Einnahmen der Steuer verschweigen. Der Kunde wird sozusagen zur Mithilfe gegen Steuerhinterziehung verdonnert.

Und hierzulande? Muss man sich um derartige Bürgerpflichten keine Gedanken machen. Dennoch erhalten Kunden meist ungefragt nach Abschluss eines Einkaufs einen Kassenbon - der auch brav von vielen entgegengenommen wird. Um dann nicht selten über Wochen oder Monate das Portemonnaie zu verstopfen oder sich, in der Einkaufstasche vergessen, Auflösungserscheinungen hingibt.

Gewissenhaftere Zeitgenossen nutzen den Beleg hingegen noch an der Kasse - spätestens aber daheim - zum Kontrollieren, ob auch wirklich alle Waren korrekt erfasst und richtig abgerechnet wurden und wie viel Mehrwertsteuer sie auf entsprechende Artikel bezahlt haben. Auch so kann man seine Zeit verbringen. Aber ab und an passt der bezahlte Preis ja tatsächlich nicht zur Ware oder die Anzahl ist nicht korrekt angegeben. Hier gibt der Kassenbon dann wertvolle Hinweise und dient zudem als Beweis über die Fehlbuchung. Außerdem kann er selbstverständlich der Entlastung dienen, sollte man nach einem Einkaufs des Diebstahls verdächtigt werden.

Zeuge kann helfen

Und darüber hinaus? Kann der Bon weg, wenn alles stimmt? Ja, eigentlich schon. Denn der Kassenbeleg ist keine Voraussetzung für einen Gewährleistungsanspruch des Kunden, zum Beispiel beim Umtausch mangelhafter Ware. Er erleichtert aber natürlich den Beweis darüber, dass das entsprechende Produkt auch wirklich in dem Geschäft gekauft wurde, welches nun für den Mangel zur Verantwortung gezogen werden soll.

Ungeachtet dessen reicht an Stelle des Kassenzettels aber auch die Kartenabrechnung aus, um Waren korrekt zu reklamieren. Wurde bar bezahlt, kann auch ein Zeuge aushelfen, der den Kauf bestätigen kann.

Tauscht ein Händler eine Ware hingegen freiwillig um oder erstattet den Kaufpreis zurück (etwa wenn die erworbene Ware missfällt), wozu er ansonsten nicht verpflichtet ist, kann er dann aber auch das Vorzeigen des Kassenbons verlangen und so an seine Kulanz koppeln.

Spätestens nach Ablauf der Gewährleistungs- oder Umtauschpflicht kann der Bon dann eigentlich entsorgt werden. Bei wertvollen Gegenständen kann es hingegen sinnvoll sein, den Zettel noch länger aufzubewahren. So kann er beispielsweise nach einem Einbruch als Beleg die Schadensregulierung durch die Versicherung erleichtern.  

Quelle: ntv.de, awi

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