Ratgeber

Murks in der Wahlkabine Dann ist die Stimme ungültig

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Ungültig, oder?

(Foto: imago stock&people)

Die halbe Welt träumt von dem Privileg, frei wählen zu dürfen. In Deutschland ist das Usus. Dennoch hat da gar nicht jeder Lust drauf. Was bedauerlich ist. Andere wollen zwar, versemmeln aber die Stimmabgabe. Was tragisch, aber vermeidbar ist.

Am 26. September 2021 sind vom Wähler genau zwei Kreuze zur Bundestagswahl gefragt: eins für die Erststimme, mit welcher der Direktkandidat gewählt wird und das andere für die Partei (Zweitstimme). Das war es auch schon. Jetzt muss nur noch überlegt werden, wo die Markierungen auf dem Stimmzettel gemacht werden.

Leider hatten von den 61.688.485 wahlberechtigten Bürgern beim letzten Mal 14.712.144 - also 23,8 Prozent - keine Lust auf Demokratie und verweigerten die Stimmabgabe. Was zwar schade, aber irgendwie auch Demokratie ist. Zumal es in Deutschland keine Mindestbeteiligung für eine gültige Wahl gibt. Und immerhin hat es ja bislang noch immer für ein handlungsfähiges Parlament gereicht.

Murks vermeiden

Unglücklich wird es aber dann, wenn der Bürger durchaus gewillt ist, an der Urne seine Wünsche kundzutun, aber die Stimmabgabe vermurkst. Im Schnitt waren dies bei den letzten vier Bundestagswahlen 640.000 Menschen. Was zeigt, wie wichtig es ist, sein persönliches Votum derart zu gestalten, dass der Wahlzettel gültig ist - siehe oben. Oder andersherum, alles zu vermeiden, was dieses verhindert. Als da beispielsweise wären:

  • bei Erst- und Zweitstimme mehr als jeweils ein Kreuz machen,
  • gar kein Kreuz machen - einen leeren Wahlzettel abgeben,
  • Namen und/oder Telefonnummer auf die Vorderseite des Stimmzettels schreiben - hier ist das Wahlgeheimnis nicht gewahrt,
  • ein Selfie aus der Wahlkabine machen - nochmal Stichwort Wahlgeheimnis,
  • die Wahlvorschläge quer durchstreichen,
  • wenn die eigene Wahl negativ kommentiert wird - zusätzlich zum Kreuzchen.

Stimme muss eindeutig zuzuordnen sein

Wer hingegen den Wahlzettel nur mit einem Kreuz statt der gewünschten zwei versieht, macht diesen nicht ungültig. Apropos, muss es denn unbedingt ein Kreuz sein?

Nein, muss es nicht. Wichtig ist vielmehr, dass die Wahlhelfer die Stimmabgabe eindeutig zuordnen können. Wichtig ist zudem eine neutrale Kennzeichnung . Demnach dürfte es ein lachender Smiley im entsprechenden Kreis schwer haben. Gleiches gilt für Herzchen oder etwa Fußbälle. Bei einem verstimmten Grinsekeks mit hängenden Mundwinkeln bliebe es zudem der Interpretation der Helfer überlassen, ob dies Zustimmung oder Ablehnung symbolisieren soll. Also besser sein lassen.

Ansonsten darf das Feld aber auch ganz ausgemalt, mit einem Häkchen versehen oder mit einem Strich gekennzeichnet werden. Außerdem kann auch der Name der Wunschpartei in Buchstaben auf den Wahlzettel geschrieben werden - allerdings nur dann, wenn eine räumliche Verbindung zu dem Feld des Wahlvorschlags besteht - oder aber das eigene Votum positiv kommentiert werden.

Nicht rumkrakeln

Hat man sich versehentlich in der Zeile vertan und so einer anderen Partei/Kandidaten seine Stimme zukommen lassen als gewünscht, sollte aber sicherheitshalber auf gewagte Korrekturmaßnahmen verzichtet werden. Besser ist es, sich in einem solchen Fall an den Wahlhelfer zu wenden und sich von diesem einen Ersatzwahlschein aushändigen zu lassen. Der verkehrt ausgefüllte Wahlzettel wird dann im Beisein der Wahlhelfer vernichtet und der Bürger kann erneut sein Glück versuchen.

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Aber auch wenn mehr geht, als man denkt: Das Votum des Wählers muss sich klar und eindeutig aus dem Stimmzettel ergeben. Ansonsten hat man sich die Mühe umsonst gemacht. Denn ungültige Wahlzettel und eine Stimmenthaltung haben beide den gleichen Einfluss auf den Wahlausgang: gar keinen.

Also Konzentration bitte und ran an die Urne. Die Demokratie dankt.

Quelle: ntv.de

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