Altersvorsorge wichtig wie nieDas sind die besten Privat- und Basisrenten

Welche privaten Vorsorgeprodukte bieten die besten Leistungen im Alter? Ein Test der Versicherungsexperten Franke und Bornberg nimmt private Rentenversicherungen und Basisrente unter die Lupe und zeigt vor dem Hintergrund der Altersvorsorgereform Unterschiede auf.
Die Rente klingt für viele noch weit weg. Doch das Thema wird für immer mehr Menschen drängend. Klar ist: Wer sich ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlässt, geht ein erhebliches Risiko ein, im Alter finanziell unter Druck zu geraten.
Rentenversicherungen im Kontext der Altersvorsorgereform
Gleichzeitig steht die private Altersvorsorge vor einem tiefgreifenden Wandel. Der Gesetzgeber hat eine umfassende Altersvorsorgereform angestoßen. Dazu zählen unter anderem ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot - ein neues, steuerbegünstigtes Wertpapierkonto speziell für die Altersvorsorge - sowie die Einführung eines sogenannten Standardprodukts, das Verbrauchern einen einfachen und kostengünstigen Einstieg in die geförderte Vorsorge ermöglichen soll. Ziel der Reform ist es, die Renditechancen für Sparer zu verbessern und Altersvorsorge insgesamt attraktiver zu machen.
Damit rücken Sparpläne, die in Fonds investieren, stärker in den Fokus. Sie bieten langfristig höhere Ertragschancen, gehen allerdings auch mit Wertschwankungen einher. Wer dagegen Planungssicherheit sucht und sich für ein langes Leben absichern möchte, findet in der privaten Rentenversicherung weiterhin eine sinnvolle Option. Sie garantiert - je nach Ausgestaltung - lebenslange Zahlungen und ermöglicht es, Rendite und Sicherheit individuell auszubalancieren.
Solche Produkte sind seit Jahren am Markt etabliert und werden kontinuierlich weiterentwickelt. Je nach individuellen Bedürfnissen bleiben sie damit verlässliche Bausteine der Altersvorsorge. Wie leistungsfähig sie sind, zeigt Franke und Bornberg das für ntv Privatrenten sowie staatlich geförderte Basisrenten (auch Rürup-Renten genannt) analysiert hat. Dabei wurden für beide Vorsorgeformen jeweils zwei Ansätze berücksichtigt: eine sicherheitsorientierte Variante, die Garantien mit Fondsanlage kombiniert (sogenannte Hybridtarife), und eine chancenreichere, rein fondsbasierte Variante.
Dass die Riester-Rente in der Analyse fehlt, hat einen einfachen Grund: Sie befindet sich derzeit im Umbruch und wird im Zuge der bereits angestoßenen Reform grundlegend neu aufgestellt.
Wie Steuern die Rendite beeinflussen
Bevor es zu den konkreten Bewertungen geht, lohnt sich ein kurzer Blick auf die steuerliche Behandlung der untersuchten Produkte - denn sie beeinflusst die tatsächliche Rendite spürbar.
Bei der Privatrente hängt die Besteuerung von der Auszahlungsform ab: Wer eine lebenslange Rente bezieht, versteuert in der Regel nur den sogenannten Ertragsanteil - einen pauschalen, altersabhängigen Prozentsatz der Rente, der deutlich unter 100 Prozent liegt. Bei einer Kapitalauszahlung wird - unter bestimmten Bedingungen - nur die Hälfte des erzielten Gewinns besteuert.
Die Basisrente funktioniert steuerlich umgekehrt: Die Beiträge sind in der Ansparphase steuerlich absetzbar, die spätere Rente wird dafür im Alter versteuert (nachgelagerte Besteuerung).
Beim klassischen Fondssparplan fallen dagegen Kapitalertragsteuern auf Ausschüttungen und Veräußerungsgewinne an - grundsätzlich mit der Abgeltungsteuer von 25 Prozent.
Die steuerliche Situation sollte jeder Sparer individuell prüfen oder prüfen lassen.
Das wurde für den Test untersucht
Doch nun zu den Testergebnissen. In die Bewertung der Tarife fließen sowohl die Finanzstärke des Anbieters als auch die Ergebnisse von Produkt-Ratings von Franke und Bornberg ein. Ergänzend werden die prognostizierten Rentenleistungen berücksichtigt, bei Hybridtarifen insbesondere die garantierten Werte. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der garantierte Rentenfaktor. Er gibt an, wie viel monatliche Rente pro 10.000 Euro angespartem Kapital gezahlt wird. Ein Rentenfaktor von beispielsweise 25 bedeutet: Aus 10.000 Euro Kapital werden 25 Euro monatliche Rente
Darüber hinaus ist die Flexibilität eines Produkts ein wichtiges Kriterium. Hier geht es zum einen um Gestaltungsmöglichkeiten während der Laufzeit - etwa ob zusätzliche Einzahlungen möglich sind, wie mit Zahlungsschwierigkeiten umgegangen wird und ob Fonds gewechselt werden können. Zum anderen wird bewertet, welche Optionen am Ende der Laufzeit bestehen, zum Beispiel ob sich der Rentenbeginn anpassen lässt und wie das sogenannte Ablaufmanagement gestaltet ist - also der schrittweise Übergang von chancenreichen in sicherere Anlagen kurz vor Rentenbeginn.
Die besten Tarife: Private Rentenversicherung - hybrid und fondsgebunden
Die private Rentenversicherung (kurz: Privatrente) bietet eine flexible Möglichkeit der Altersvorsorge. Sie zeichnet sich durch freie Gestaltung bei Laufzeit, Beitragshöhe und Auszahlungsform aus und ermöglicht sowohl einmalige Kapitalauszahlungen als auch lebenslange Rentenzahlungen. Im Vergleich zur Basisrente ist sie weniger an starre steuerliche Vorgaben oder eingeschränkte Verfügbarkeit gebunden. Zudem eröffnet sie eine hohe Gestaltungsfreiheit sowie die Möglichkeit, Kapital flexibel zu übertragen oder zu vererben.
Innerhalb dieser Produktgattung bestehen unterschiedliche Ausprägungen. Für diesen Test wurden zwei Varianten betrachtet: hybride Tarife mit hoher Beitragsgarantie (80 Prozent), bei denen nur ein Teil des Kapitals in Fonds investiert wird, sowie fondsgebundene Policen ohne Garantien, bei denen das gesamte Kapital am Kapitalmarkt angelegt wird. Grundlage der Bewertung ist jeweils ein definierter Musterfall, der am Ende der Tabelle beschrieben ist.
Die besten Tarife: Basisrente (Rürup-Rente) - hybrid und fondsgebunden
Bei der Basisrente handelt es sich um eine staatlich geförderte Vorsorgeform. Beiträge sind bis zu einem gesetzlich festgelegten Höchstbetrag steuerlich absetzbar, was die Steuerlast in der Ansparphase spürbar reduzieren kann. Dieser Steuervorteil hat allerdings seinen Preis: Das angesparte Kapital steht vor Rentenbeginn nicht zur Verfügung, kann nicht vererbt werden und wird ausschließlich als Rente ausgezahlt - frühestens ab dem 62. Lebensjahr. Auch Anpassungen während der Laufzeit, etwa bei Beitragshöhe oder Rentenbeginn, sind häufig nur begrenzt möglich.
Für die Bewertung wurden - wie bei der Privatrente - sowohl Tarife mit hoher Beitragsgarantie (80 Prozent) berücksichtigt, die eher sicherheitsorientierte Ansätze abbilden, als auch fondsgebundene Basisrententarife, die chancenorientierten Anlegern mehr Renditepotenzial eröffnen.