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Keine guten Nachrichten Die güns­tigste Krankenkasse ist nicht mehr bundesweit zu haben

22.04.2026, 11:10 Uhr
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Die bisher günstigste bundesweit geöffnete Krankenkasse war die BKK Firmus mit einem Gesamtbeitrag von 16,78 Prozent (Zusatzbeitrag 2,18 Prozent). (Foto: imago Birgit Koch)

Die gesetzlichen Krankenkassen stehen finanziell unter Druck, was sich in steigenden Zusatzbeiträgen bemerkbar macht. Doch damit nicht genug: Die in den letzten Jahren günstigste Kasse steht nun nicht mehr allen Versicherten offen.

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung ist in diesem Jahr von 2,5 auf 2,9 Prozent gestiegen. Beim Zusatzbeitrag können die Kassen auch darüber oder darunter liegen, denn jede entscheidet individuell über die Beitragshöhe. Das bietet für Versicherte bei einem Wechsel Einsparpotenzial.

Die bisher günstigste bundesweit geöffnete Krankenkasse war die BKK Firmus mit einem Gesamtbeitrag von 16,78 Prozent (Zusatzbeitrag 2,18 Prozent). Doch seit April ist sie nicht mehr bundes­weit, sondern nur noch in zehn Bundes­ländern vertreten, wie die Stiftung Warentest berichtet.

In sechs Bundes­ländern (Brandenburg, Meck­lenburg-Vorpommern, Rhein­land-Pfalz, Saar­land, Schleswig-Holstein und Thüringen) ist die BKK Firmus nicht mehr aktiv. Das heißt konkret: Wer gesetzlich versichert ist und in einem der genannten Länder lebt, kann nicht mehr zu ihr wechseln. Ausnahme: Versicherte arbeiten dort, wo die Kasse noch aktiv ist. Gesetzlich Versicherte, die bereits Mitglied sind, können weiterhin in der BKK Firmus versichert bleiben - unabhängig von ihrem Wohn- oder Arbeits­ort.

Die BKK Firmus ist eine Betriebs­krankenkasse mit mehr als einer Million Mitgliedern. Diese Art von Krankenkassen unterliegt bestimmten Vorschriften. So darf die Kasse nur in den Bundes­ländern wähl­bar sein, in denen die zugehörigen Träger­unternehmen auch eine Betriebs­stätte betreiben. Dies sei jetzt nicht mehr bundes­weit gegeben, weil es bei den Stam­munternehmen organisatorische und strukturelle Änderungen gegeben habe, so die BKK Firmus. Einfluss darauf habe sie nicht.

BKK Firmus bedauert die Entwick­lung

Die zuständige Aufsichts­behörde, das Bundes­amt für Soziale Sicherung, über­prüft solche Voraus­setzungen in regel­mäßigen Abständen und hat jetzt die Beschränkung auf zehn Bundes­länder bei der Kasse durch­gesetzt. Die BKK Firmus selbst bedauert die Entwick­lung und kritisiert, dass es für die verschiedenen Kassen­arten unterschiedliche Spiel­regeln gebe. Sie fordert daher, dass dies im Sinne der Versicherten reformiert werden sollte, um allen ein uneinge­schränktes Wahl­recht zu ermöglichen.

Die unterschiedlichen Kassen­arten in Deutsch­land sind historisch bedingt. Betriebs­krankenkassen (BKK) etwa standen ursprüng­lich nur den Mitarbeitenden eines bestimmten Betriebes offen. Von diesen sogenannten geschlossenen BKK gibt es heute noch 20.

Die nun günstigste bundesweit geöffnete Krankenkasse ist die HKK mit einem Gesamtbeitrag von 17,19 (Zusatzbeitrag 2,59 Prozent). Die mit rund 12 Millionen Versicherten größte Krankenkasse - die Techniker - liegt im neuen Jahr bei 17,29 Prozent (Zusatzbeitrag 2,69 Prozent). Die zweitgrößte Kasse, die Barmer, ließ ihren Beitragssatz stabil bei den bisherigen 17,89 Prozent.

Der Krankenkassenbeitrag setzt sich aus dem für alle Kassen gleichen allgemeinen Beitragssatz von derzeit 14,6 Prozent und dem individuell zu bestimmenden Zusatzbeitrag zusammen. Sowohl der allgemeine Beitragssatz als auch der Zusatzbeitrag werden zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und -gebern beziehungsweise von Rentnern und der Rentenversicherung getragen.

Quelle: ntv.de, awi

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