Ratgeber

Streit um Versicherung Doppelt hält nicht immer besser

imago51284332h.jpg

Versicherungspolicen sollten regelmäßig überprüft werden.

(Foto: Imago)

Beim Eintritt eines Versicherungsfalles wird immer nur der entstandene Schaden ersetzt. Wer zwei Versicherungen für dieselbe Gefahr abgeschlossen hat, kann demnach auch nicht zweimal kassieren. Unter Umständen bekommt der Mehrfachversicherte sogar gar nichts.

Nicht immer steckt Kalkül dahinter, aber es ist gar nicht so selten, dass Versicherte gleich zwei Versicherungen gegen eine bestimmte Gefahrenlage besitzen. Beispielsweise wenn geheiratet wird, und dabei vergessen wird, nun entsprechend doppelte Policen zusammenzulegen. Dann kann es passieren, dass sich im Schadensfall kein Versicherer zuständig fühlt. Außerdem kann dem Mehrfachversicherten unterstellt werden, doppelt abkassieren zu wollen.

So verhielt es sich auch in einem vor dem Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg verhandelten Fall (Az.: 5 U 18/17). Hier hatte ein Mann nach einem Brandschaden seine Hausratversicherung auf 40.000 Euro in Anspruch genommen. Die Versicherung verweigerte die Zahlung mit dem Argument, es liege eine Mehrfachversicherung vor. Der Versicherte habe bei Abschluss des Versicherungsvertrages im Jahr 2012 bewusst wahrheitswidrig verneint, bereits eine andere Hausratversicherung zu haben. Der Mann bestritt dies und behauptete, diese andere Hausratversicherung habe seine Frau 1996 abgeschlossen. Er sei des Deutschen damals noch nicht ausreichend mächtig gewesen. 

Dieser Behauptung schenkte das OLG aber keinen Glauben. Vielmehr war es der Ansicht, dass der zweite Vertrag in betrügerischer Absicht abgeschlossen wurde. Denn der Versicherungsnehmer hatte bereits vier Monate nach dem Abschluss der Versicherung im Jahr 2012 beiden Versicherungen einen Wasserschaden gemeldet und von beiden jeweils 800 Euro kassiert. Es sei fernliegend, dass der Mann sich erst anlässlich dieses Schadensfalles an die Versicherung aus dem Jahr 1996 erinnert habe und bei Abschluss der zweiten Versicherung kurz vor dem Schadensfall nicht an die erste Versicherung gedacht habe. Kurz nach dem Wasserschaden wurde denn auch der erste Versicherungsvertrag auf eine höhere Versicherungssumme umgestellt. Weitere zwei Monate später kam es zu dem Brandschaden.

Vor diesem Hintergrund ging das Gericht davon aus, dass von Anfang an beabsichtigt wurde, im Schadensfalle doppelt abzurechnen. Dies führt zu einer Nichtigkeit der 2012 abgeschlossenen Police.  

Quelle: n-tv.de, awi

Mehr zum Thema