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Fleischliche Lust im Test Ein Wiener Würstchen ist mangelhaft

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Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.

(Foto: imago images / Manfred Segerer)

Deutschland ist Wurstland. Immer noch - aller Unkenrufe zum Trotz. Rund 10 Kilo pro Kopf werden hierzulande jährlich an Brühwürsten verzehrt. Wozu auch die beliebte Wiener zählt. Da sollte dann schon die Qualität stimmen. Warentest hat 21 der länglichen Fleischprodukte untersucht.

Unbeeindruckt von Klimawandel und Tierwohl lassen es sich die Deutschen tierisch schmecken. Gut zwei Millionen Tonnen Fleischerzeugnisse werden hierzulande verzehrt - etwa 29 Kilogramm pro Kopf. Ein Drittel entfällt auf sogenannte Brühwürste. Zu dieser Gattung gehört auch die geschätzte Wiener. Die wird gerne warm, nur mit etwas Senf und Brötchen genossen. Oder einfach direkt aus dem Kühlschrank - ohne alles.     

Nun, alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Dazwischen steckt dann hoffentlich jede Menge gutes Fleisch. Dieser Erwartung ist die Stiftung Warentest nachgegangen und hat 21 Wiener-Würstchen-Produkte zu Preisen zwischen 0,60 und 2 Euro pro 100 Gramm aus dem Kühl­regal getestet. Mit gar nicht so üblem Ergebnis. 14 von 21 Wienern schneiden "gut" ab, darunter auch preisgünstige und Bio-Würstchen. Getestet wurden auch sieben Produkte aus Geflügelfleisch.

Ein Produkt war allerdings verdorben und wurde deshalb mit "mangelhaft" bewertet. Der Grund: Alnatura verzichtet bei seinen Wienern bewusst auf Nitritpökelsalz, welches aber konservierend wirkt, zudem verleiht es der Wurst die appetitliche rosa Farbe. Die Tester befanden Geschmack und Geruch der Geflügel Wiener denn auch als "alt" und "fremdsauer" und wiesen zudem eine hohe Keimbelastung nach.  

Bio liegt beim Schwein vorn 

Ein anderes Würstchen hatte ein Mineral­ölpro­blem. Beim "Mühlenhof Delikatess Wiener Würstchen" ("ausreichend") wurde verstärkt gesättigter ­Kohlen­wasser­stoff (Mosh) nachgewiesen. Diesen lagert der Körper in der Leber, den Lymphknoten, der Milz und im Fettgewebe ab. Was das für die Funktion dieser lebenswichtigen Organe bedeutet, ist bisher noch ungeklärt. In Lebensmitteln ist der Stoff in jedem Fall unerwünscht.  

Herzhaft zugebissen werden kann hingegen beim Testsieger, der "Metzgerfrisch Bio Organic Traditionelle Wiener aus Schwein und Rind" von Lidl. 100 Gramm sind für gerade einmal 1,25 Euro zu haben ("gut", 2,0). Mit 1,32 Euro nur unwesentlich teurer und nicht schlechter wurde das "Mühlenwürstchen Wiener" von Rügenwalder Mühle bewertet ("gut", 2,0, Schwein). Das "Gut Bio Wiener Würstchen" von Aldi Nord steht dem kaum nach und kann für 1,25 Euro ebenfalls mit "gut" überzeugen (2,2, Schwein).

Wer Genuss ohne Nitritpökelsalz bevorzugt, kann beim "Delikatess Wiener Würstchen" von Ökoland zulangen ("gut", 2,3, Schwein). Das "Güldenhof Geflügel-Wiener Würstchen, Spitzenqualität" liegt bei den Produkten aus Federvieh vorn und ist bei Aldi-Nord für gerade einmal 0,60 Euro zu erwerben ("gut", 1,9, Pute). 

Quelle: n-tv.de, awi

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