Ratgeber

Bürger in der Pflicht Fehler in der Steuererklärung gemacht?

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Ehrlichkeit bei der Steuererklärung ist Pflicht.

(Foto: imago stock&people)

Viele hauen die fällige Erklärung für das Finanzamt erst auf den letzten Metern zusammen. Doch egal, wie sorgfältig gearbeitet wird, manchmal schleichen sich Fehler zuungunsten des Staates ein, die erst nach Abgabe bemerkt werden. Dann sollte gehandelt werden.

Für viele ist die Steuererklärung eine sich jährlich wiederholende lästige Pflicht. Da tröstet es kaum, dass für das Steuerjahr 2018 zur Deklaration der erzielten Einkünfte zwei Monate mehr Zeit bleiben. Wenn sie denn überhaupt fällig ist. Denn die Abgabe ist für viele steuerzahlende Bürger keine Pflicht, sondern freiwillig. Fordert das Finanzamt in letzterem Fall dennoch etwas zurück, kann die Erklärung einfach wieder zurückgezogen werden.

Anders verhält es sich aber, wenn in der Steuererklärung versehentlich falsche Angaben gemacht wurden. Beispielsweise, wenn Einkommen vergessen wurde anzugeben oder aber wenn sich bei steuermindernden Ausgaben eine Null zu viel in den Vordruck verirrt hat - zuungunsten des Staates. Ist Ersteres der Fall, dann sollte der Steuerzahler dringend handeln - denn Ehrlichkeit bei der Steuererklärung ist Pflicht. Wer feststellt, dass er Einnahmen vergessen hat, ist verpflichtet, diesen Fehler unverzüglich anzuzeigen und die erforderliche Richtigstellung vorzunehmen.

Wenn nur noch die Selbstanzeige hilft

Andernfalls begeht er eine strafbare Steuerhinterziehung. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich bei dem Fehler um Schusseligkeit oder bedingten Vorsatz handelt. Letzter liegt zum Beispiel dann vor, wenn der Bürger bei der Ausfertigung der Erklärung bereits damit rechnet, dass die Angaben verkehrt sein könnten. Wer vorsätzlich getäuscht hat, dem hilft hingegen keine Richtigstellung. Bereut der Steuersünder oder hat er zumindest Angst, mit seinem Betrug aufzufliegen, hilft nur noch eine Selbstanzeige und ein zügiges Begleichen der daraufhin festgestellten Steuerschuld. Ansonsten ist diese unwirksam und es wird auch noch eine Strafe fällig. Gleiches gilt, wenn sich bereits Betriebsprüfer ans Werk gemacht haben, bevor die Selbstanzeige erfolgt ist. Selbst dann, wenn der Fehler oder die vorsätzlich falschen Angaben noch nicht entdeckt wurden.

Liegen die vergessenen Zusatzeinkünfte unterhalb von 410 Euro, kann sich der nicht zur Abgabe einer Steuererklärung Verpflichtete entspannen. Eine entsprechende Härtefallregelung toleriert diesen Betrag. Alles, was darüber liegt, führt zur Abgabepflicht einer Erklärung und den beschriebenen Konsequenzen.    

Doch zurück zum weniger dramatischen Sachverhalt, der Berichtigung eines Fehlers. Diese kann durch die Abgabe einer korrigierten Steuererklärung oder formlos erfolgen. Die Einspruchsfrist des Steuerbescheides von einem Monat ist in diesem Fall unerheblich, da diese in diesem Fall nur für Fehler des Finanzamts gilt. Entscheidend ist die sogenannte Festsetzungsfrist. Solange die noch nicht abgelaufen ist, müssen die Angaben korrigiert sein. Sie beträgt im Normalfall vier Jahre, bei leichtfertiger Steuerverkürzung fünf und bei Steuerhinterziehung zehn Jahre. Dabei beginnt die Frist mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuererklärung eingereicht wurde.

Und was, wenn sich das Finanzamt zugunsten des Steuerzahlers geirrt hat? Dann kann er unbesorgt sein. Vorausgesetzt, die eingereichte Steuererklärung war richtig und vollständig. Eine Pflicht dazu, den Fehler anzuzeigen, gibt es hier nicht. Und insofern droht auch keine Strafe. Davon abgesehen hat das Finanzamt unter bestimmten Umständen aber die Möglichkeit, seinen Fehler zu korrigieren - auch nach Ablauf der Einspruchsfrist.

Vergisst der Steuerzahler hingegen, steuermindernde Angaben zu machen, tut er wiederum gut daran, diese innerhalb der Einspruchsfrist anzugeben und die entsprechenden Belege nachzureichen. Denn nach Ablauf eines Monats nach Zustellung des Steuerbescheides ist die Frist verstrichen. Dann können keine nachträglichen Angeben mehr berücksichtigt werden. 

Quelle: ntv.de

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