Ratgeber

Falsch angezündet Feinstaub-Ausstoß durch Holzofen reduzieren

imago52448082h.jpg

Es darf nur Holz im Ofen landen, dessen Wassergehalt bei maximal 20 Prozent beziehungsweise dessen Feuchtegehalt bei rund 25 Prozent liegt.

(Foto: imago stock&people)

Zwar gelten Fahrzeuge als die größten Verursacher von Feinstaub, doch auch Holzöfen sorgen für einen hohen Gehalt der winzigen Partikel in der Luft. Man kann dagegen aber etwas beim Anfeuern tun.

Das Heizen mit Holz ist unter Umständen nicht umweltfreundlich. Zwar handelt es sich bei Holz um einen nachwachsenden Rohstoff, der damit eine Alternative zu Erdöl, Gas und Kohle ist. Doch bei der Verbrennung entstehen Ruß und Feinstaub.

Auch wenn Überschreitungen der Feinstaubgrenzen in der Luft vor allem auf alte Autos zurückgehen, auch Benutzer von Holzöfen tragen durch das falsche Anzünden dazu bei. Warum? Brennt das Holz am Anfang zu langsam ab, gibt der Kamin über den Schornstein vergleichsweise viele unverbrannte Kleinstoffe in die Luft ab.

Tipp 1: Viel Luft und hohe Temperaturen beim Entzünden

Daher ist es nach Angaben des Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) wichtig, dass sich beim Entstehen der ersten Flammen möglichst schnell hohe Temperaturen entwickeln. Dafür sind dünn gespaltenes Holz oder handelsübliche Anzünder nötig. Zudem muss der Ofenraum anfangs viel Sauerstoff erhalten. Zu wenig Luft führt auch zu der unvollständigen Verbrennung.

Daher raten die Experten, die Öffnungen für die Luftzufuhr beim Entzünden maximal zu öffnen. Und erst wenn sich ein Glutbett gebildet hat, werden größere Holzscheite und Briketts nachgelegt. Wenn sie Feuer gefangen haben, wird die Luftzufuhr wieder gedrosselt. Details zu den Einstellungen am Ofen stehen in der Bedienungsanleitung des Herstellers.

Das Herunterfahren der Belüftung nach dem Anzünden ist wichtig. Denn ist das Feuer erst mal angefacht, erhöht eine zu große Luftzufuhr die Temperatur im Ofenraum extrem, was den Wirkungsgrad des Ofens reduziert - es entstehen wiederum Emissionen.

Tipp 2: Ausreichend trocknes Holz verbrennen

Ein weiterer Grund für schlechte Verbrennung ist zu feuchtes Holz. Daher dürfen nie frisch geschlagene Scheite verbrannt werden - das ist sogar gesetzlich geregelt und es drohen Bußgelder bei Nichteinhaltung. Es darf nur Holz im Ofen landen, dessen Wassergehalt bei maximal 20 Prozent beziehungsweise dessen Feuchtegehalt bei rund 25 Prozent liegt. Dies lässt sich mit einem Feuchte-Messgerät bestimmen, das im Handel erhältlich ist. Zur groben Orientierung: Für diese Werte ist, je nach Holzart, ein bis zwei Jahre Trocknungszeit nötig.

Zusätzlich erhöhen nicht zugelassene Brennstoffe den Emissionsausstoß eines Ofens. Dazu zählen laut HKI etwa Holz, das mit Farbe, Lack und Leim versehen wurde, Sperrholz, Spanplatten, Kunststoffe sowie Haushaltsabfälle. Außerdem sind Briketts aus Paraffin, Papier und Rinde verboten. Sie können übrigens sehen, ob Sie möglichst emissionsarm heizen: 20 Minuten nach Entzünden des Feuers sollte kaum noch sichtbar Rauch aus dem Schornstein treten, informiert der HKI.

Tipp 3: Alte Öfen nachrüsten

Vor allem alte Öfen verursachen viele Emissionen. Um diese zu verringern, hat der Gesetzgeber bereits eingegriffen: Seit Jahren werden schrittweise Ofengenerationen den gesetzlichen Regelungen in der Ersten Bundesimmissionsschutz-Verordnung (1.BImSchV) unterworfen und müssen mit einem Filter nachgerüstet, ganz ausgetauscht oder stillgelegt werden.

Betroffen sind Heizungsanlagen, die mit Festbrennstoffen wie Holzscheiten, Pellets, Hackschnitzeln oder Kohle befüllt werden und die einen Grenzwert von Emissionen nicht einhalten. Dieser liegt bei 150 Milligramm pro Kubikmeter für Feinstaub und 4 Gramm pro Kubikmeter für Kohlenmonoxid.

Die Umsetzung der Reglementierung erfolgt in Schritten - bereits seit 2010 sind ältere Öfen betroffen. Die letzte Stufe betraf mit Fristende 2020 ummauerte Feuerstätten mit einem industriellen Heizeinsatz und einer Leistung von mindestens vier Kilowatt, die von 1985 bis 1994 gebaut wurden. Öfen der Baujahre ab 1995 müssen bis Ende 2024 die Nachweise erbringen oder nachgerüstet werden. Das kontrolliert und setzen die Bezirksschornsteinfeger bei regelmäßigen und vorgeschriebenen Kontrollen um.

Ausnahmen gibt es für Grundöfen, Kochherde, Backöfen, Badeöfen und offene Kamine, die nur gelegentlich benutzt werden, sowie für Öfen, die vor 1950 gebaut wurden und nach wie vor an der gleichen Stelle im Haus stehen.

Ist Ihr Gerät betroffen? Das Alter der Anlage sollte das Typenschild auf dem Ofen nennen. Fehlt dieses Schild, müssen Ofenbesitzer anhand von Messdaten des Schornsteinfegers oder einer Bescheinigung des Herstellers nachweisen, dass ein Ofenmodell die Schadstoffgrenzen einhält. Die Datenbank des Industrieverbands Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) hilft dabei, die Werte des jeweiligen Ofenmodells zu finden. Sonst drohen Nachrüstung oder Stilllegung.

Quelle: ntv.de, Simone Andrea Mayer, dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.