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Tenhagens Tipps Ende November, da war doch was ...

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Wer vergleicht und dann auch wechselt, kann bei der Kfz-Versicherung viel Geld sparen.

(Foto: imago/blickwinkel)

So langsam sind auch die letzten Blätter unten, genauso wie die Temperaturen. Doch zum Ende des Monats sollte an mehr als nur einen dicken Pullover, Mütze und Weihnachtsgeschenke gedacht werden. Denn vor allem Autofahrer können noch viel Geld sparen, wie Finanztip-Chef Tenhagen verrät.

n-tv.de: Herr Tenhagen, wie viel müssen denn Autofahrer im Durchschnitt hierzulande für ihre Kfz-Versicherung berappen?

Hermann-Josef Tenhagen: Das hängt vor allem davon ab, wie sie ihr Auto versichern, ob nur Haftpflicht, Teil- oder Vollkasko. Insgesamt geht es um ein Volumen an Versicherungsbeiträgen in dem Segment von 28 Milliarden Euro. Bei 46 Millionen privater Pkw werden für die Haftpflicht im Schnitt 260 Euro ausgegeben. Wer sein Auto teilkaskoversichert, bezahlt im Schnitt 90 Euro, die Vollkasko kostet im Schnitt 330 Euro, sagt die Versicherungswirtschaft.

Da lässt sich doch was sparen, oder?

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Na klar. Dabei sollte jedes Jahr wieder geschaut werden, welche Art von Schutz denn tatsächlich benötigt wird. Brauche ich noch den Vollkaskoschutz? Wie viele Kilometer fahre ich denn wirklich, wer fährt alles mit dem Wagen et cetera? Wenn ich mir all diese Fragen beantwortet habe, gilt es zu vergleichen, wer für das so ermittelte Versicherungsvolumen das günstigste Angebot für mich hat.

Und, wie viel ist drin?

Es ist nach wie vor so, dass die Unterschiede zwischen den preiswertesten und teuersten Versicherern einige hundert Euro ausmachen. Besonders bei jenen, die noch nie gewechselt haben, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass sich die Prämie halbieren lässt. Wer in den letzten Jahren regelmäßig verglichen und auch gewechselt hat, für den sind immer noch 50 oder 70 Euro Sparpotenzial drin. Das muss dann aber nicht immer so sein. Grundsätzlich haben die Versicherungsunternehmen natürlich ein Interesse daran, Neukunden zu gewinnen. Diese werden dann mit besonders günstigen Tarifen gelockt. Bestandskunden werden wie immer aber gerne vergessen. Deshalb sollten Versicherte spätestens alle zwei bis drei Jahre die Tarife vergleichen. 

Gibt es unabhängig vom Anbieterwechsel noch anderswo Sparpotenzial?

Zu dem bereits genannten Versicherungsvolumen sollte man auf jeden Fall schauen, dass die Prämie nur einmal im Jahr gezahlt wird, statt monatlich, quartalsweise oder halbjährlich. Monatlich zu zahlen kostet schon per se 8 oder 9 Prozent mehr. Die günstigsten Angebote sind auch monatlich gar nicht zu bekommen, so dass der Preisaufschlag dann schnell 15 Prozent beträgt. 

Davon sind vor allem junge Leute betroffen, die ohnehin wegen einer guten Schadensfreiheitsbilanz schon mehr für ihre Versicherung zahlen. Dann werden aus den vielleicht 800 Euro leicht 920 Euro. Also alleine 120 Euro mehr, nur weil in monatlichen Raten bezahlt wird.

Natürlich haben auch Menschen mit wenig Geld oft dieses Problem, da sie die teure Versicherung nicht auf einen Batzen zahlen können. Deshalb ist für sie besonders wichtig, regelmäßig zu vergleichen.

Wo vergleicht man den am besten die Policen?

Wir bei Finanztip haben uns auch dieses Jahr wieder die Portale angeschaut. Es sind auch dieses Mal die üblichen Verdächtigen. Wir empfehlen Verivox und Check24. Allerdings fällt auf, dass die HUK24, die bei den genannten Portalen nicht gelistet wird, sehr preisaggressiv unterwegs ist. Von 32 Musterfällen war sie in 14 Fällen die günstigste. Die Empfehlung, die sich daraus ableitet, ist, bei einem der Portale zu gucken und dann noch mal bei der Huk.24 vorbeizuschauen.

Wie sind denn die Fristen und Bedingungen für eine Kündigung?

Normalerweise ist das bei Kfz-Versicherungen so, dass die Möglichkeit besteht, mit nur einem Monat Frist zum 30. November zu kündigen, also nicht mit drei Monaten wie sonst üblich. Wenn ich von meiner Versicherung eine Preiserhöhung bekommen habe, gibt es zudem noch ein Sonderkündigungsrecht. Dies ist bis zu einem Monat nach Erhalt des Preiserhöhungsschreibens möglich.

Kann ein Wechsel auch Nachteile bringen?

Wenn das gleiche Versicherungsmodell gewählt wurde, eigentlich nicht. Geschaut werden muss, wenn in der alten Police geregelt war, dass ein Unfall nicht automatisch zu einer Hochstufung führt. Das muss der neue Versicherer nicht mitmachen. Da könnte im Schadensfall ansonsten draufgezahlt werden.

Muss einen denn jeder Versicherer auch nehmen?

Entgegen der Haftpflicht, wo die Versicherer verpflichtet sind, einen Interessenten zu nehmen, ist dies bei der Kasko nicht der Fall und die Versicherungen behalten sich dies auch vor. Dies kann sich auf zwei verschiedene Arten äußern. Die eine ist: Ihren Oldtimer versichern wir nicht. Die andere lautet, wir rufen einen Preis auf, bei dem Sie verstehen, dass wir Sie eigentlich nicht haben wollen. In beiden Fällen sollte man sich also rechtzeitig um einen anderweitigen Versicherungsschutz bemühen.

Mit Hermann-Josef Tenhagen sprach Axel Witte

Quelle: n-tv.de

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