Ratgeber

Handlich, lecker, potenziell giftig Gibt es auch gute Reiswaffeln ohne Arsen?

imago50257606h.jpg

Reiswaffeln sollten besser nicht in die Hände und Münder von Babys und Kleinkinder geraten.

(Foto: imago/Lem)

Vor allem bei Eltern von Kleinkindern sind Reiswaffeln beliebt. Sie werden dem Nachwuchs gerne als nicht klebrige Zwischenmahlzeit verabreicht, da sie ungesüßt, fett- und kalorienarm sind. Dafür enthalten sie mitunter viel Gift, wie Öko-Test berichtet.

Reiswaffeln. Klingt erstmal harmlos. Und tatsächlich, die runden Taler aus blankem Reis und anderen Getreidearten sind erstmal bekömmlich, knackig und kalorienarm und können eine Alternative für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit darstellen.

Die Produktion funktioniert ähnlich wie bei Popcorn. Je nach Sorte werden die Zutaten gemischt. Durch Hitze und Druck dehnt sich die im Korn enthaltene Feuchtigkeit aus, bis die Reiskörner platzen. Die austretende Stärke "verklebt" in Sekundenschnelle alle Zutaten miteinander. Das Produkt ist um ein Vielfaches größer als die ursprünglichen Körner.

Der Frage, wie gesund oder leider ungesund der beliebte Snack ist, ist das Magazin Öko-Test nachgegangen. Bereits vor vier Jahren hatten die Tester krebserregendes Arsen in Reiswaffeln gefunden. Und auch bei der aktuellen Untersuchung rasselt mehr als die Hälfte der Produkte mit einem satten „ungenügend“ durch. In drei Produkten steckt so viel krebserregendes Arsen, dass der seit Januar geltende EU-Grenzwert für Reiswaffeln überschritten wird.

Welche dürfen geknabbert werden?

Frühe Anzeichen für eine Arsenvergiftung sind Bauchkrämpfe oder Durchfälle. Die chronische Aufnahme kleinerer Mengen kann Nerven und Gefäße schädigen, birgt aber eben auch ein erhöhtes Krebsrisiko. Entsprechende Produkte sollten nach Empfehlung des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) denn auch nur in Maßen verzehrt werden. Denn auch andere Lebensmittel wie Trinkwasser und Milch enthalten winzige Mengen des giftigen Stoffes. Arsen kommt natürlicherweise in den Gesteinsschichten der Erde vor und gelangt zumeist über Trinkwasser in die Nahrungskette.

Babys und Kleinkindern sollten am besten ganz die Finger davon lassen. Noch dazu finden sich in einigen Marken weitere Schadstoffe wie Acrylamid und Mineralöl. Es gibt allerdings eine Alternative: Ein von insgesamt 19 Produkten im Test überzeugte mit dem Testurteil "sehr gut".

Zugreifen dürfen Knabberfreunde demnach bei den "Hipp Kinder Reiswaffeln". Den Testsieger gibt es für 2,43 Euro pro 100 Gramm und nur mit Spuren des giftigen anorganisches Arsens.

Die Liste der stark oder sehr stark arsenbelasteten Reiswaffeln ist ungleich größer. Die nachfolgenden Produkte wurden konsequenterweise von Öko-Test mit "ungenügend" bewertet: "Bio Back Reiswaffeln mit Meersalz" von Rewe/Penny, "Byodo Reiswaffeln ohne Salzzusatz" von Byodo, "Continental Bakeries Reiswaffeln Meersalz" von Continental Bakeries, "Globus Reiswaffeln mit Meersalz" von Globus, Knusperone Dünne Reiswaffeln mit Meersalz" von Aldi Süd, "Dennree Reiswaffeln ungesalzen" von Dennree, "Lima Rice 100% Dünne Vollkorn-Reiswaffeln" von Lima, "Rewe Bio Hirse-Mais-Reiswaffeln ohne Salz" von Rewe, "Real Quality Reiswaffeln mit Meersalz" von Real und "Sondey Reiswaffeln mit Meersalz" von Lidl. 

Quelle: n-tv.de, awi

Mehr zum Thema