Ratgeber

Der Mieter ist der Dumme Heizkostenabrechnungen häufig falsch

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Wollen Mieter die Abrechnung nachvollziehen und prüfen, haben sie das Recht, sämtliche Unterlagen einzusehen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mieter sollten auf der Hut sein, denn eine aktuelle Studie zeigt: Die Heizkostenabrechnung ist in vielen Fällen verkehrt oder intransparent. Verbraucherschützer raten daher, Originalbelege anzufordern und die Abrechnung überprüfen zu lassen.

Die Jahresabrechnung für die Heizkosten sollten Mieter genau prüfen. Denn viele Schreiben sind fehlerhaft. Das zeigt eine Untersuchung der Aktion Marktwächter Energie der Verbraucherzentralen.

Demnach war nur knapp ein Drittel der untersuchten Heizkostenabrechnungen völlig korrekt erstellt worden (31 Prozent). Mehr als ein Drittel hatte hingegen Fehler (37 Prozent). Bei fast einem Drittel gab es zudem Klärungsbedarf (32 Prozent).

Für die Studie hatte die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz insgesamt 1046 Abrechnungen aus den Jahren 2011 bis 2017 geprüft. Die Schreiben hatten Verbraucher eingereicht.

Eine exemplarische Untersuchung von weiteren 329 Abrechnungen, die der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern von 2014 bis 2017 vorlagen, ergab, dass dort mehr als die Hälfte der Heizkostenabrechnungen fehlerhaft bzw. klärungsbedürftig waren.

Alarmierendes Ergebnis

Ein typische Fehler war etwa: Vermieter verteilten die Gesamtkosten pauschal nach Wohnfläche - ihren tatsächlichen Energieverbrauch konnten Mieter dadurch nicht nachvollziehen.

"Das Ergebnis ist alarmierend", sagt Hans Weinreuter, Experte des Marktwächters Energie bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. "Die gesetzlichen Regelungen sollen dafür sorgen, dass Mieter ihren tatsächlichen Energiekonsum nachvollziehen können und somit zum sparsamen Verbrauch angeregt werden. Wenn diese aber nicht konsequent umgesetzt werden, weil etwa Vermieter die Gesamtkosten einfach pauschal nach Wohnfläche verteilen, dann wird damit die Akzeptanz der verbrauchsabhängigen Messung und Abrechnung in der Bevölkerung gefährdet."

Wollen Mieter die Abrechnung nachvollziehen und prüfen, haben sie das Recht, sämtliche Unterlagen einzusehen, die Grundlage für die Kostenaufstellung waren. Der Vermieter muss dem Mieter eine Einsicht in die Originalbelege gewähren. Ist die direkte Sichtung der Unterlagen für den Mieter unzumutbar, etwa weil das Büro des Vermieters oder der Verwaltung zu weit weg ist, kann der Mieter auch die Zusendung von Kopien der Unterlagen einfordern.

Verbraucher, die unsicher sind, ob ihre Abrechnung korrekt erstellt worden ist, können diese bei unabhängigen Organisationen wie dem Deutschen Mieterbund oder in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen überprüfen lassen. Als erste Orientierungshilfe findet sich hier eine Checkliste der Marktwächter zum Thema.

Quelle: ntv.de, awi/dpa