Ratgeber

Last Call vorm Herbst Ist Autowaschen auf der Straße erlaubt?

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Wer keine Strafe riskieren möchte, nutzt besser eine Waschanlage.

(Foto: imago/Westend61)

Schon möglich, dass selbst den Deutschen nach diesem Endlossommer der Reflex, bei entsprechender Witterung ihre Autos zu reinigen, abhanden gekommen ist. Doch noch scheint die Sonne. Also nochmal zu Schlauch und Reiniger greifen? Oder ist das sowieso verboten?

Autowaschen kann durchaus sinnvoll sein. So zum Beispiel, wenn der Wagen derart verdreckt ist, dass ihn eine einfache Reinigung wieder verkehrssicher macht. Oder weil es manchen einfach Freude macht und die Seele beruhigt, ihre Sachen in Ordnung zu halten. Was erst recht in Deutschland und vor allem für das eigene Fahrzeug gilt.

Und dennoch, Ältere werden sich erinnern, ist das Bild des nur mit Unterhemd bekleideten, am Straßenrand oder der eigenen Auffahrt stehenden, meist männlichen Autobesitzers, der seinen Wagen zunächst wäscht und dann auf Hochglanz wienert, nahezu verschwunden. Kann sein, dass dies auch der Tatsache geschuldet ist, dass der Männe mittlerweile auch im Haushalt ran muss und ihm deshalb schlichtweg die Lust aufs Putzen in der Freizeit abhanden gekommen und das meist dazugehörende Liedchen auf den Lippen längst verstummt ist. 

Tatsächlich liegt es aber wohl eher an der Gesetzeslage und einem erhöhten Umweltbewusstsein, dass es deutlich trockener geworden ist in idyllischen Einfamilienhaussiedlungen. Zwar ist das Autowaschen von Hand mit Schlauch und Putzeimer oftmals nicht per se verboten, aber eben meist auch nicht erlaubt. Eine bundesweit gültige Regelung gibt es hier nicht. Je nach Stadt oder Gemeinde kann die Autowäsche im Freien deshalb in seltenen Fällen in Ordnung gehen oder aber auch als eine Ordnungswidrigkeit oder sogar Straftat geahndet werden. Bevor also der Wagen an der Straße oder auch auf dem eigenen Grundstück eingeseift wird, gilt es stets bei der zuständigen Verwaltung die entsprechende Regelung zu erfragen. 

Vorsicht bei besonders starker Verschmutzung

Als Grundlage dient das Wasserhaushaltsgesetz, das aber nur einen Rahmen für den Wasserschutz vorgibt. Denn wird dem Schmutz auf dem Auto mit Reinigungsmitteln zu Leibe gerückt, gelangt dieser ebenso wie Schmierstoffe ins Grundwasser oder aber zumindest in die Kanalisation. Was meistens eine Ordnungswidrigkeit darstellt und bei Anzeige die Zahlung eines Bußgeldes nach sich zieht. Mancherorts ist es selbst untersagt, den fahrbaren Untersatz nur mit Wasser zu reinigen, da auch hier eine Verschmutzung befürchtet wird.

Dass das Autowaschen in Wasserschutzgebieten strengstens verboten ist, lässt sich vor diesem Hintergrund leicht erahnen. Aber auch wer sein Fahrzeug in ungeschützter freier Natur auf unbefestigtem Grund wie Schotter oder Gras wäscht, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Denn auf solchen Böden ist die Wahrscheinlichkeit besonders hoch, dass es zu einer Verunreinigung des Grundwassers kommt. Bei einer besonders starken Verschmutzung kann es hierbei sich sogar um eine Straftat handeln. 

Wer weder eine Strafe riskieren noch sich an der Umwelt vergehen möchte, sollte deshalb besser in SB-Waschboxen und Waschanlagen schrubben oder schrubben lassen. Denn hier ist sichergestellt, dass das zum Reinigen benutzte Wasser wieder umweltschonend in den Kreislauf zurückgeführt wird und keinerlei Bußgelder drohen.     

Quelle: n-tv.de, awi

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