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Heiß in Deutschland Ist Duschen in der Nacht verboten?

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Duschen geht immer.

(Foto: imago/PhotoAlto)

Nachts, wenn alles schläft, sollte man nicht nur nicht allein sein, sondern auch auf allzu laute Tätigkeiten verzichten. Abgesehen davon, dass bei der derzeitigen Hitze ohnehin niemand ein Auge zubekommt, ist den meisten eher nach einer Erfrischung zumute. Geht eine kalte Brause zur Schlafenszeit in Ordnung?

Von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens gilt die sogenannte Nachtruhe. Und wer in einem Mehrfamilienhaus lebt und keinen Ärger mit dem Vermieter oder den Nachbarn riskieren möchte, hält sich besser an die Regeln. Dazu gehört beispielsweise auch das Einhalten der Nachtruhe.

Wenn alles schläft, die Musik zu laut zu drehen, Handwerkerarbeiten zu verrichten oder Staub zu saugen, ist also keine gute Idee. Auch der Fernseher sollte nicht auch noch in der Nachbarwohnung zu hören sein. Und wer unbedingt noch kochen muss, sollte vielleicht nicht gerade Schnitzel zubereiten. Die Klopfgeräusche könnten stören. Gleiches gilt für jegliche Handwerkerarbeiten, egal welche Zeiten der individuelle Biorhythmus dafür für geeignet hält.

Aber abgesehen davon gibt es auch Tätigkeiten, welche zum normalen Gebrauch der Wohnung gehören und insofern vom Umfeld toleriert werden müssen. Dazu zählt beispielsweise auch, zu jeder Tages- und Nachtzeit die Toilette benutzen zu können. Hier hat dann tatsächlich der eigene Biorhythmus das Sagen. Dabei kann einem Mieter auch keine Vorschrift gemacht werden, ob er sich zum Wasserlassen hinsetzen muss - was weniger Plätschergeräusche verursacht. Auch mit dieser Thematik befassen sich deutsche Gerichte.

Nasszellennutzung ist erlaubt

Genau wie mit der Frage, ob man nachts unter die Dusche springen darf. Gründe hierfür gibt es ja einige, so zum Beispiel nach einem schweißtreibenden Traum, zur Entspannung und Reinigung nach einem anstrengenden Arbeitstag oder nach einem anregenden Liebesspiel - welches wiederum nicht zu laut ausfallen sollte. Wenn dann letztere Aktivität Früchte trägt, darf zumindest der noch kleine Nachwuchs in der Nacht krakeelen. Kinderlärm ist schließlich Zukunftsmusik.

Aber zurück unter die Dusche. Egal, aus welchem Grund, Mieter dürfen auch in der Nacht die Nasszelle benutzen. Was selbst dann gilt, wenn die Hausordnung oder der Mietvertrag etwas anderes sagen. Auch ein Bad in der Wanne geht jederzeit in Ordnung.

Allerdings sollte die Körperhygiene nicht unnötig in die Länge gezogen werden. So hält beispielsweise das Oberlandesgericht Düsseldorf eine Dusch- oder Badedauer von 30 Minuten pro Haushaltsmitglied für ausreichend. Nicht nur aus Rücksicht gegenüber den Nachbarn tun Mieter gut daran, dass die Erfrischung innerhalb dieses Zeitrahmens stattfindet. Andernfalls könnte, zumindest bei regelmäßiger Verfehlung, der Vermieter wegen anhaltender Ruhestörung aktiv werden. Beispielsweise mit einer Abmahnung. Zeigt der Mieter sich auch hiernach weiterhin uneinsichtig und wiederholt sich der Vorgang, ist irgendwann auch eine fristlose Kündigung möglich.

Quelle: n-tv.de, awi

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