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Hier gibt es Urlaubsgeld Jeder Zweite geht leer aus

So langsam wird's Sommer. Und damit steht meist der entsprechende Urlaub vor der Tür. Doch der ist meist teuer. Schön, wenn der Chef was dazuschießt - in Form von Urlaubsgeld. Doch über die Hälfte der Arbeitnehmer geht leer aus.

Nur knapp jeder zweite Beschäftigte erhält von seinem Arbeitgeber ein Urlaubsgeld. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage von lohnspiegel.de, die vom Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird. Rund 123.000 Beschäftigte haben sich für das Jahr 2019 an der Befragung beteiligt. Eindeutig profitieren konnten Beschäftigte von einer Tarifbindung ihres Arbeitgebers. Sie erhalten zu rund 69 Prozent ein Urlaubsgeld, Beschäftigte ohne Tarifbindung dagegen nur zu 36 Prozent. Einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaubsgeld gibt es nicht. Die Sonderzahlungen können aber vom Arbeitgeber freiwillig geleistet werden oder tariflich vereinbart sein.

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Nur rund 40 Prozent aller beschäftigten Frauen erhalten die Extraleistung.

(Foto: imago/Joko)

Darüber hinaus erhalten Männer häufiger Urlaubsgeld (50 Prozent) als Frauen (41 Prozent). Im Westen fällt der Anteil höher aus (49 Prozent) als im Osten (35 Prozent). In Kleinbetrieben mit unter 100 Beschäftigten gibt es seltener ein Urlaubsgeld (37 Prozent) als in größeren Betrieben mit über 500 Beschäftigten (61 Prozent).

Zudem fällt die Höhe der tariflich vereinbarten Urlaubsextras je nach Branche sehr unterschiedlich aus: Zwischen 155 und 2316 Euro bekommen Beschäftigte in der mittleren Vergütungsgruppe in diesem Jahr als tarifliches Urlaubsgeld. In West- ist das Urlaubsgeld vielfach höher als in Ostdeutschland.

Insgesamt konnten sich Beschäftigte in 11 von 22 untersuchten Branchen über eine Erhöhung des Urlaubsgeldes gegenüber dem Vorjahr freuen. Laut WSI schwanken die Anhebungen zwischen 1,0 und 8,7 Prozent. In der chemischen Industrie fiel die Erhöhung allerdings besonders kräftig aus - hier wurde die Leistung nahezu verdoppelt.

Am wenigsten Geld für die Urlaubskasse bekommen Beschäftigte in der Landwirtschaft, im Hotel- und Gaststättengewerbe. Die höchsten Zahlungen erhalten sie unter anderem in der Holz- und Kunststoffverarbeitung, in der Druck- und Metallindustrie sowie im Versicherungsgewerbe.

Im öffentlichen Dienst gibt es kein gesondertes tarifliches Urlaubsgeld. Es wird mit dem Weihnachtsgeld zu einer einheitlichen Jahressonderzahlung zusammengefasst. 

Quelle: n-tv.de, awi

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