Ratgeber

Dienstwagen abgegeben Kann man den Versicherungsrabatt behalten?

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Oft zeigen sich Versicherer entgegenkommend, wenn man vorher im Dienstwagen unterwegs war.

(Foto: imago stock&people)

Beim Arbeitgeberwechsel oder spätestens zur Rente - irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man sich vom Firmenwagen trennen muss. Aber was passiert eigentlich mit dem "erfahrenen" Schadenfreiheitsrabatt?

Ein Dienstwagen ist eine feine Sache. Der Arbeitgeber stellt das Fahrzeug, kümmert sich um die Wartung und eventuell auch um die Tankrechnung. Und er bezahlt die Versicherung. Das spart eine Menge Geld, könnte sich aber als Nachteil erweisen, wenn man später irgendwann ein eigenes Fahrzeug anmelden will. Denn auch wenn der Angestellte im Dienstwagen jahrelang unfallfrei unterwegs war, hat er damit ja nicht die eigene Schadenfreiheitsklasse verbessert. Sprich: Im schlechtesten Fall fängt er bei der Versicherung "ganz unten" an, nämlich in der teuren Schadenfreiheitsklasse ½. Oft gibt es aber Möglichkeiten, doch noch billiger einzusteigen.

Die erste: Man hatte vorher ein eigenes Auto angemeldet. Sofern das nicht länger als sieben Jahre her ist, erkennen alle Versicherer problemlos die alte Schadenfreiheitsklasse an, auch wenn der Kunde vorher woanders versichert war. Die meisten Anbieter haben den Pausenzeitraum inzwischen auf zehn Jahre erweitert, manche setzen gar kein Limit mehr. Voraussetzung ist, dass der Vorversicherer die Schadenfreiheitsklasse bestätigt. Das Problem bei dieser Variante ist nur: all die Jahre, die der Versicherungsrückkehrer im Firmenfahrzeug unterwegs war, werden nicht angerechnet.

Eine zweite Möglichkeit wäre, dass die Firma die Schadenfreiheitsklasse an den (Ex-)Mitarbeiter abtritt. Das geht aber nur, wenn der Arbeitgeber einzelvertragliche Regelungen mit dem Versicherer hat. Ist die Firmenflotte über einen Rahmenvertrag abgesichert, kommt diese Variante nicht infrage. Naheliegend ist die Lösung, wenn der Angestellte bei der Anmeldung des Dienstwagens seine private SF-Klasse auf die Firma übertragen hat. Ansonsten braucht der Arbeitgeber schon gute Gründe, um seinen Rabattvorteil herzugeben.

Viele Versicherer sind kulant

Doch es gibt ja noch eine dritte Option, die für beide Seiten vorteilhaft ist: Der Versicherer rechnet die schadenfreien Dienstwagen-Jahre an. Das machen nicht alle und dafür müssen auch einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der Dienstwagen wurde an mindestens 150 Tagen im Jahr genutzt
  • Es sind höchstens sechs Monate vergangen seit dem Ende der dienstlichen Fahrten
  • Der (frühere) Arbeitgeber bestätigt die Dienstwagennutzung und gegebenenfalls auch die Schäden, falls es in den letzten drei Jahren welche gab. Oft verlangt die neue Versicherung so eine Bestätigung auch vom Vorversicherer
  • Der neu zugelassene Pkw wird vorrangig privat von einem eingeschränkten Fahrerkreis genutzt

Wenn diese und gegebenenfalls noch weitere Bedingungen erfüllt sind, kalkulieren viele Versicherer die schadenfreien Dienstwagen-Jahre mit ein. Einen Anspruch darauf gibt es aber nicht und auch die Modalitäten unterscheiden sich je nach Anbieter.  Während manche die schadenfreien Jahre eins zu eins berücksichtigen, gibt es bei anderen auch nach über 20 unfallfreien Jahren bestenfalls die Schadenfreiheitsklasse 8.

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Quelle: ntv.de

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