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Wider das Feierabendbierchen Mit neuen Ritualen Alltagsstress bekämpfen

Ob Absacker oder Feierabendbier: Alkohol kann schnell zum Problem werden. (Bild: dpa)

Ob Absacker oder Feierabendbier: Alkohol kann schnell zum Problem werden.

Endlich abschalten: Für viele gehört das Feierabendbier einfach dazu. Doch die Routine birgt Gefahren, eine Alkoholsucht droht. Ersatzlos muss das Bier nicht gestrichen werden: Andere Rituale sollten an dessen Stelle treten, raten Experten.

Der Tag war stressig, der Kopf dröhnt - jetzt erstmal ein Bier! So wie gestern. Und wie morgen vermutlich auch. Harmloses Ritual oder gefährliche Abhängigkeit? "Das Feierabendbier aus Gewohnheit ist schon im Graubereich der Alkoholsucht", sagt Dr. Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Psychiater. "Wenn man selbst glaubt, darauf nicht verzichten zu können, ist das schon eine psychische Abhängigkeit."

Doch wie kommt man davon los? Die Expertin rät, die liebgewonnene Gewohnheit nicht einfach wegfallen zu lassen, sondern sie durch andere Rituale zu ersetzen: "Vielleicht erziele ich die gleiche Wirkung ja auch mit zehn Minuten Yoga oder Spazierengehen, oder einfach mit einer Dusche."

Weiter jeden Abend Bier zu trinken, ist aus zwei Gründen gefährlich. Erstens, weil auf die erste Stufe der Sucht oft die zweite folgt - zumindest bei Menschen mit entsprechender Veranlagung. "Da passiert es dann schnell, dass man die Dosis erhöhen muss, um noch die gleiche Wirkung zu erzielen", sagt Roth-Sackenheim.

Und zweitens ist Alkohol ein Gift, auch in kleinen Dosen - mit vielen negativen Folgen, die noch gar nicht alle erforscht sind. So leiden zum Beispiel die Hautbeschaffenheit, die Schlafqualität und der Stoffwechsel, erklärt die Expertin. Wie sehr, ist zwar von Mensch zu Mensch unterschiedlich - ohne Folgen bleibt das Trinken aber kaum. "Es gibt beim Alkohol leider kein 'bis hierhin unbedenklich'."

*Datenschutz

Verkehrsunfälle, Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Krebs sind nur ein Teil der Todesursachen, die direkt oder indirekt mit Alkohol in Verbindung gebracht werden. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ging 2016 jeder 20. Todesfall weltweit darauf zurück.

Die Alkoholsucht eines Menschen ist nicht immer einfach zu erkennen, da die Betroffenen dazu neigen, sie zu verharmlosen oder gar zu leugnen. Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit verändern sich in der Regel zunehmend in ihrem Verhalten und haben verschiedene psychische und soziale Auffälligkeiten. "Alkoholkranke zeigen oft ausweichendes oder aggressives Verhalten, haben Stimmungsschwankungen und neigen zu fehlerhafter Selbsteinschätzung", so Roth-Sackenheim.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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