Untersuchung am MusterhaushaltMüllgebühren-Ranking: Wo Haushalte am meisten zahlen

Von 162,90 bis 535,80 Euro pro Jahr: Das Müllgebühren-Ranking des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt, wie groß die Preis-Unterschiede in deutschen Städten wirklich sind.
Ärgern Sie sich Jahr für Jahr über hohe Müllgebühren? Dann seien Sie froh, wenn Sie zumindest nicht in Bergisch Gladbach wohnen. Denn in keiner anderen großen deutschen Stadt zahlen Bürgerinnen und Bürger für die Entsorgung ihres Abfalls in Bezug auf den Service mehr. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland in Auftrag gegeben hat.
Für das Ranking, das das IW bereits in den Jahren 2016, 2019 und 2022 durchgeführt hat, wurde ein vierköpfiger Musterhaushalt in den 100 größten deutschen Städten betrachtet - bestehend aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern.
Berücksichtigt wurden die Müllsorten Restmüll mit 60 Litern pro Monat, Biomüll mit 20 Litern pro Monat, Sperrmüll von mindestens 2 Kubikmetern pro Jahr und Altpapier. Weil sich die kommunalen Systeme im Hinblick auf Abfuhrrhythmus und Servicegrad stark unterscheiden, hat das IW die Müllsituation zusätzlich in einem Müllgebührenindex zusammengeführt, um die Vergleichbarkeit der einzelnen Städte zueinander zu verbessern.
Lünen und Leverkusen erneut auf den hinteren Rängen
Das Ergebnis: Flensburg erobert nach 2019 erneut die Spitze des Vergleichs. Denn in keiner anderen großen deutschen Stadt sind die Gebühren so günstig. Für die zweiwöchentliche Abholung im Vollservice beträgt die Jahresgebühr für den Musterhaushalt dort nur 162,90 Euro. Dabei steht der Vollservice für die Leerung der Tonnen ohne Mitwirkung des Haushalts. Wer seine Tonne hingegen am Bürgersteig bereitstellen muss, genießt lediglich einen Teilservice. Auf Spitzenreiter Flensburg folgen Nürnberg (172,50 Euro für den siebentägigen Teilservice) und Frankfurt am Main (223,30 Euro für den siebentägigen Vollservice).
Der Unterschied zu den Schlusslichtern des Vergleichs beträgt dabei mehrere Hundert Euro. Denn in Dortmund etwa fallen für die identische Leistung wie in Flensburg ganze 535,80 Euro an - und damit mehr als dreimal so viel.
Steigende Jahresgebühren an der Tagesordnung
Schlusslicht des Rankings ist allerdings Bergisch Gladbach. Denn dort fallen bereits für eine zweiwöchentliche Abholung im Teilservice 477,84 Euro an - also zwar geringere Gebühren als in Dortmund, aber gleichzeitig auch bei einem schlechteren Service. Auch Lünen (456,90 Euro für zweiwöchigen Teilservice) und Leverkusen (443,90 Euro für zweiwöchigen Teilservice) schneiden im Vergleich schlecht ab und belegen im Ranking die beiden vorletzten Plätze.
Im Schnitt der 100 untersuchten Städte sind die Abfallgebühren der Studie zufolge in den vergangenen vier Jahren für den Musterhaushalt um rund 13 Prozent auf 351 Euro gestiegen. Nur in 11 der Städte fielen demnach geringere Jahresgebühren an, in den übrigen 89 sind sie entweder gestiegen oder gleich geblieben.