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Vorwerk in Teufels Küche Neuer Thermomix sorgt für Riesenzoff

Der TM6 kann nun unter anderem auch noch anbraten, karamellisieren und Sous vide garen.jpg

er TM6 kann nun unter anderem auch noch anbraten und karamellisieren.

(Foto: Vorwerk )

In vielen deutschen Küchen wird mit dem Thermomix gerührt, gebacken und gekocht, was das Zeug hält. Mit dem neuen Modell kann auch gebraten werden. Was für die Jünger der Küchenmaschine eine gute Nachricht sein sollte, bringt Käufer des Vorgängermodells auf die Palme.

Thermomix - das klingt ein bisschen nach Zauberei. Und wenn man Besitzern der Küchenmaschine des Herstellers Vorwerk Glauben schenken darf, hat sie das Kochen revolutioniert - oder zumindest vereinfacht. Kurzum, die Maschine ist ein Renner - wenn auch ziemlich teuer.

Doch nun brodelt es in der Küche. Oder genauer, bei jenen Termomixbesitzern, die sich vor Kurzem noch das bis dahin aktuelle Gerät TM5 zugelegt haben. Denn kaum waren die ersten Rezepte fertig gethermomixt und essbar abgekühlt, da bringt Vorwerk schon ein Nachfolgemodell auf den Markt, den TM6. Was ja eigentlich keine schlechte Sache sein muss, denn der Neue kann nun auch noch anbraten, karamellisieren, "Slow Cooking" und fermentieren. Zudem ist die Thermomix-Rezeptsammlung namens "Cookidoo" direkt im Gerät installiert.

Nur eines kann das neue Gerät nicht: seine Kundschaft über die bevorstehende Neueinführung informieren. Was es mit der PR-Abteilung von Vorwerk gemein hat. Denn Kunden, die sich noch vor wenigen Wochen für das nun veraltete Vorgängermodell entschieden haben, müssen ohne die neuen Funktionen auskommen. Tenor: "Hätte ich gewusst, dass ein neues Modell auf den Markt kommt, hätte ich mit der Anschaffung der Küchenmaschine gewartet und mir dann den TM6 zugelegt". Zudem bemängeln viele Käufer des TM5, dass sie bei dessen Erwerb explizit nachgefragt hätten, ob denn demnächst ein neues Modell auf den Markt kommt. Die Kritik ist vor allem in den sozialen Netzwerken derart massiv, das der Hersteller nun reagiert.

Absichtliche Irreführung?

Vorwerk äußerte sich auf die Vorwürfe erstmalig am Samstag. In der entsprechenden Stellungnahme heißt es: "Hallo zusammen, wir verstehen die große Aufregung, habt bitte ein wenig Geduld. Alle betroffenen Kunden werden in den nächsten Tagen schriftlich kontaktiert." Gegenüber "RP online" verteidigte sich eine Vorwerk-Sprecherin wie folgt: "Generell ist bei einem Modellwechsel eine Übergangsphase nicht zu vermeiden. Auch bei einer früheren Ankündigung wären einige jener Kunden enttäuscht gewesen, die kurz vor dieser Ankündigung gekauft haben".

Doch Vorwerk hat wohl nun erkannt, dass die Havarie in der Küche nicht so einfach zu beseitigen ist und legt nach. So will der Hersteller Kunden, die zwischen dem 20. Februar und dem 8. März das Vorgängermodell TM5 gekauft haben, ein individuelles Wechselangebot machen. Wie dieses konkret aussieht, teilte das Unternehmen bisher aber nicht mit. Zudem ist der TM6 mit 1359 Euro rund 150 Euro teurer als der TM5. Und Kunden, bei denen der Küchenzauber beispielsweise zu Weihnachten unterm Baum lag, würden so leer ausgehen. "Über eine mögliche Anpassung der Übergangsregelung können wir heute keine Aussage treffen", ließ Vorwerk wissen.

Ob und wie sich die Wogen glätten lassen, ist unklar. Einigen Kunden streben wohl sogar eine Musterfeststellungsklage wegen absichtlicher Irreführung an. Die Möglichkeit hierzu gibt es in Deutschland erst seit November 2018. Bei Facebook haben sich erste Enttäuschte bereits in einer Gruppe zusammengeschlossen.

Quelle: n-tv.de, awi