Ratgeber

Öko-Test mediterran Diese Kräuter der Provence sind "ungenügend"

02.03.2026, 19:12 Uhr
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Da der Begriff "Kräuter der Provence" nicht geschützt ist, sind die Mischungen unterschiedlich zusammengesetzt. (Foto: IMAGO/H. Tschanz-Hofmann)

Südfranzose müsste man sein. Einfach in den Garten gehen und ein paar Kräuter pflücken und schon kann die Mahlzeit auf mediterrane Art verfeinert werden. Hierzulande muss eine fertige Mischung herhalten. Und die hat es in sich - leider nicht nur Gutes.

Hier ist der Name nicht Programm: Für Fertigmischungen "Kräuter der Provence" kommen Kräuter aus der ganzen Welt zusammen - nur Frankreich steckt fast gar nicht drin. Und wo kommen die Kräuter dann her? Ägypten, Marokko, Griechenland oder Albanien nennen die Anbieter Öko-Test als Anbauländer, manchmal sogar Deutschland - aber auch Iran, Peru, Chile und China sind mit dabei. Und gerade mal vier Anbieter beziehen ein oder zwei Kräuter ihrer Mischung (manchmal) aus Frankreich.

Und da der Begriff "Kräuter der Provence" nicht geschützt ist, sind die Mischungen unterschiedlich zusammengesetzt: Häufig vertreten sind Rosmarin, Thymian, Bohnenkraut, Basilikum und Oregano. Hinzu kommen Gewürze wie Lavendel, Majoran, Salbei und Lorbeer – bis hin zu eher untypischen Bestandteilen wie Schnittlauch, Liebstöckel, Wacholder, Petersilie oder Zwiebeln.

Wie auch immer, Öko-Test hat 23 Mischungen aus getrockneten Kräutern und anderen Gewürzen mit der Bezeichnung "Kräuter der Provence" getestet, darunter 9 Bio-Produkte. Zu Preisen zwischen 0,64 und 6,24 Euro pro umgerechnet 20 Gramm.

MOSH in allen Produkten

Und schmeckt's? Geht so. In allen Produkten im Test hat das beauftragte Labor Verunreinigungen mit gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH) nachgewiesen, die die Tester als "erhöht" oder "stark erhöht" einstuft. MOSH sind eine Gruppe von Verbindungen, die sich im menschlichen Fettgewebe, in Leber, Milz oder Lymphknoten anreichern und als eine der größten Verunreinigungen im menschlichen Körper gelten. Was genau sie dort anrichten, ist noch unklar.

Daneben stecken in sämtlichen Kräuter- und Gewürzmischungen aus konventionellem Anbau Spuren von mindestens zwei unterschiedlichen Spritzmitteln. Den Rekord halten dabei die Kräuter der Marke Ankerkraut mit einem Pestizid-Cocktail aus zehn Pestizid-Spuren. Solche Mehrfachbelastungen sieht Öko-Test kritisch, da die Wechselwirkungen zwischen den unterschiedlichen Wirkstoffen noch nicht ausreichend erforscht sind. Es steht beispielsweise ein möglicher Zusammenhang mit Parkinson im Raum. Unter den gefundenen Pestiziden im Test befinden sich auch solche, welche die Tester als "besonders bedenklich" einordnen, weil sie unter Krebsverdacht stehen oder als wahrscheinlich reproduktionstoxisch beim Menschen eingestuft sind.

Gemeinsam mit den "Kania Kräuter der Provence" erhielt das ""Ankerkraut Kräuter der Provence" das Testurteil "ungenügend". Nur fünf Kräutermischungen aus biologischem Anbau kann Öko-Test mit der Note "gut" empfehlen. Unter anderem sind dies "Alnatura Kräuter der Provence" von Alnatura für 1,59 Euro und "Tegut Bio Kräuter der Provence" für 1,40 Euro pro 20 Gramm.

Quelle: ntv.de, awi

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