Ratgeber

Härtetest von Warentest Sechs Trekking-E-Bikes sind gut

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Hier können Trekking-Pedelecs zeigen, was sie draufhaben.

(Foto: imago/blickwinkel)

Kilometermacher wie Tourenradler und Pendler steigen zunehmend aufs Trekking-Pedelec. Dank Dauerrückenwind aus der Steckdose weicht der Respekt vor langen Strecken und kurvigen Anstiegen. Und die meisten Räder überzeugen, wie die Stiftung Warentest herausgefunden hat.

Sich per Elektromotor bei Bedarf bei der Fortbewegung helfen zu lassen, ist gefragt. Pedelecs, oft auch E-Bikes genannt, boomen. Ihr Bestand hat sich in Deutschland innerhalb der letzten vier Jahre nach Zahlen des Zweirad-Industrie-Verbands auf 3,5 Millionen verdoppelt. Am begehrtesten sind Räder mit tiefem Durchstieg - sie kommen vor allem älteren Menschen oder Fahrern, die wegen ihrer Gesundheit in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, entgegen.

Gleich an zweiter Stelle bei den Verkaufszahlen kommen Trekking-E-Bikes. Sie sind vor allem für lange und anspruchsvolle Strecken geeignet. Die Stiftung Warentest hat 12 Herrenmodelle mit Diamantrahmen­, Mittel­motor, Scheibenbremse und 28-Zoll-Rädern unter die Lupe genommen. Neben 500 Kilo­metern Praxis­test mussten sie 20.000 Kilo­meter Dauer­test im Labor über­stehen. Die Preise lagen zwischen 2000 und 2900 Euro.

Erfreuliches Ergebnis: Fast alle Modelle bewiesen auch mit Gepäck Fahr­stabilität und gerieten selbst bei nasser Fahr­bahn oder flotten Kurven­fahrten nicht ins Schlingern. Bei vier­ Bikes zeigten sich allerdings Anrisse. Bei dreien von ihnen (alle "ausreichend" getestet) kann dies Auswirkungen auf die Sicherheit haben. So riss beim "Diamant Elan+" der Steg der Sitz­strebe zur Gepäck­träger-Befestigung beidseitig an, beim "Pegasus Premio E 10 Sport" die Schweißnaht ­zum Steuer­rohr. Solche Schäden lassen sich laut Warentest nicht beheben. Breiten sich die Risse aus, muss der Rahmen wegen Bruchgefahr getauscht werden. Beim "Winora Sinus Tria 9" riss die Sattel­stütze in Quer­richtung an, hier könnte der Sattel abbrechen. Als "mangelhaft" wurde das "Raleigh Stoker 9" befunden. Anlass der schlechten Gesamtnote war vor allem der Stecker des Ladekabels, welcher den Standardtest zur Brandsicherung nicht bestand. 

Zudem stellten die Tester große Unterschiede bei den Reichweiten der Akkus fest. Manchmal reicht der Dauerrückenwind aus der Steckdose bis zu 87 Kilometer, bei anderen ist bereits nach 61 Kilometern wieder pure Muskelkraft gefragt. Und auch die Ladezeiten variieren - zwischen sechs und unter vier Stunden mussten die Testfahrzeuge mit Strom versorgt werden, um wieder einsatzbereit zu sein.

Doch nicht nur die Stabilität und die Akkuleistung sollte beim Kauf ein Kriterium sein. Auch das zulässige Gesamtgewicht sollte im Blick behalten werden. Hierzu sollte die geplante Gepäcklast­, das Gewicht des E-Bikes und das Eigengewicht des Radlers addiert werden. Bei einem Rad im Test, dem "KTM Macina Fun 9 SI-P5I", blieben zum Beispiel ­für den Fahrer bei maximaler Gepäck­last von 25 Kilogramm nur noch 74 Kilogramm Körpergewicht, um das zulässige Gesamt­gewicht von 124 Kilogramm nicht zu überschreiten­. Dennoch konnte das Gefährt den Testsieg für sich verbuchen ("gut", 1,7, 2800 Euro). Vor allem das Fahr- und Schaltverhalten konnten hier überzeugen.

Aufsitzen können Radler aber unter anderem auch ohne Bedenken beim "Kettler Traveller E Gold" ("gut", 1,8, 2800 Euro) und beim "Kreidler Vitality 6 Edition" ("gut", 1,9, 2900 Euro). 

Quelle: n-tv.de, awi