Ratgeber

Günstige Wohnung gesucht? So findet man eine neue Bleibe

imago94175290h.jpg

In Metropolen eine bezahlbare Wohnung zu finden, ist oft nicht einfach.

(Foto: imago images/Winfried Rothermel)

In Berlin, Hamburg oder München gleicht die Suche nach einer bezahlbaren Mietwohnung oft einem wahren Alptraum. Sie dauert oftmals Monate oder gar Jahre. Doch mit ein paar Tricks gelangen Umzugswillige schneller an eine neue Unterkunft.

Die Preise für Häuser und Wohnungen steigen weiter rasant an. Das liegt unter anderem daran, dass immer noch zu wenige Wohnungen gebaut werden. Besonders in Großstädten spitzt sich die Lage enorm zu. Viele Mieten explodieren, sodass Vermieter auf eine günstige Wohnung schon einmal über 1000 Bewerbungen erhalten. Nicht zuletzt deswegen dauert die Wohnungssuche in vielen Fällen enorm lange. Das muss jedoch nicht sein. Mit diesen Tipps bekommt man zügiger eine Wohnung, deren Mietpreis nicht weit über dem ortsüblichen liegt.

Alle Unterlagen parat haben

Wer an einer Wohnungsbesichtigung teilnimmt, sollte stets alle benötigten Bewerbungsunterlagen wie Gehaltsnachweise, die aktuelle Schufa-Auskunft oder den Arbeitsvertrag parat haben. Reicht man die Unterlagen schnell ein, steigert man seine Chancen gegenüber anderen Mitbewerbern erheblich. Werden Fristen verpasst, ist die Wohnung meistens bereits so gut wie weg. Dennoch sollten Interessenten lediglich die wichtigsten Bewerbungsunterlagen abgeben, denn ein dicker Stapel kann dem Vermieter schnell zu viel Arbeit sein und man wird von vornherein aussortiert.

Mit Vermieter reden

Bei der Wohnungsbesichtigung kann es weiterhin hilfreich sein, bewusst den Kontakt zum Vermieter zu suchen und einige Fragen zur Wohnung zu stellen. Im Idealfall lässt sich dieser zu einem kleinen Small Talk hinreißen. Weiterhin kann es helfen, ein Lächeln aufzusetzen und bei der Besichtigung öfter einmal den Augenkontakt zum Vermieter suchen. Durch Sympathie verbessern sich die Chancen auf die gewünschte Wohnung. Vermieter sind schließlich auch nur Menschen und werden sich bei verschiedenen Bewerbern mit ähnlichen Voraussetzungen wohl eher für den Kandidaten entscheiden, der auch auf der persönlichen Ebene punkten konnte.

Andere informieren

Viele zu vermietende Wohnungen kommen gar nicht erst auf den offiziellen Wohnungsmarkt, sondern werden unter der Hand weitergegeben. Deshalb sollte man das geplante Umzugsvorhaben so vielen Menschen wie möglich mitteilen und Familie, Freunde und Bekannte informieren. Auch bei flüchtigen Begegnungen sollte man sich nicht scheuen, dieses Thema anzusprechen. Irgendjemand kennt immer jemanden, der zufällig gerade umziehen möchte oder eine Wohnung vermieten will. Das ist die ideale Chance auf eine gute, aber dennoch günstige Wohnung.

Ist man in einer neuen Stadt auf Wohnungssuche, kann man auch in speziellen Facebook-Gruppen einen Aufruf starten oder einen Aushang am schwarzen Brett der örtlichen Universität oder im Gemeindezentrum machen.

Alte Wohnung tauschen

Eine weitere Strategie, die sehr erfolgreich sein kann, ist es, die bisherige Wohnung im Internet einfach zum Tausch anzubieten. Das ist vor allem für jene eine Möglichkeit, die lediglich innerhalb ihrer eigenen Stadt umziehen wollen. Da keine der beiden Seiten an einer höheren Miete als bisher interessiert ist, kann sich der Wohnungstausch durchaus auch finanziell lohnen. Schließlich werden vom Vermieter angebotene Wohnungen oft teurer weitervermietet. Kleiner Haken: Bei einem Wohnungstausch müssen neue Mietverträge abgeschlossen werden oder aber die Tauschpartner treten in den Mietvertrag des jeweils anderen ein. Das geht aber in beiden Varianten nicht ohne die Mitwirkung des Vermieters und ist damit eventuell mit einer Mieterhöhung verbunden.

Mitglied einer Genossenschaft werden

Wer bis zum Umzug noch warten kann, für den lohnt sich unter Umständen die Mitgliedschaft bei einer Genossenschaft. So wird man Anteilseigner. Das kostet zwar ähnlich viel Geld wie eine Kaution, jedoch werden die Anteile bei Austritt aus der Genossenschaft wieder ausgezahlt. Die Wohnungen von Genossenschaften sind häufig günstig und liegen in begehrten Stadtgebieten. Im Interview mit dem "Stern" rät Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund, sich auf die Wartelisten bei Genossenschaften oder Wohnungsbaugesellschaften setzen zu lassen. Diese können allerdings lang sein: Es kann Jahre dauern, bis eine passende Wohnung frei wird. Keine Option für Eilige also!

Nicht auf einen Stadtteil versteifen

Manche Gegenden sind enorm angesagt, aber muss man auch unbedingt da wohnen? Viele andere Stadtteile sind ebenso interessant. In vielen Fällen sind die Mieten dort deutlich günstiger, denn die Preise können sich schon von Straße zu Straße deutlich unterscheiden. Wer beispielweise in Berlin auch im Stadtteil Wedding anstatt in Kreuzberg leben kann, wird also mitunter schneller fündig bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum. Trend-Stadtteile nahe am Zentrum in Frankfurt sind übrigens unter anderem Bockenheim und in Hamburg Wilhelmsburg.

Noch besser sieht die Situation aus, wenn man bereit ist, an den Stadtrand zu ziehen. Dank der guten Anbindung von S-Bahn und anderen Verkehrsmitteln ist das Stadtzentrum sehr schnell zu erreichen. Wer es sowieso etwas ruhiger mag, ist dort gut aufgehoben. Man spart oft nicht nur Geld, sondern auch so einige Nerven bei der Wohnungssuche.

Ansprüche senken

Viele Suchende haben eine sehr genaue Vorstellung von ihrer zukünftigen Wohnung. Das ist auch in Ordnung, jedoch sollten die Ansprüche nicht zu hoch sein. Gerade wenn man auf der Suche nach einer günstigen Bleibe ist, kann es helfen, den einen oder anderen Punkt zu hinterfragen. Muss es unbedingt ein großer Balkon sein? Braucht man hohe Decken oder eine Badewanne wirklich? Wenn man ein oder zwei Abstriche von der Wunschliste machen kann, steigern sich die Chancen. Diesen Schritt sollten vor allem jene in Erwägung ziehen, die sich schon länger erfolglos auf Wohnungssuche befinden.

Quelle: ntv.de, imi