Ratgeber

Tenhagens Tipps So macht man alte Handys zu Geld

imago82983107h (1).jpg

Je jünger und teurer das Gerät ist beziehungsweise war, desto besser lässt es sich verkaufen.

(Foto: imago/Michael Eichhammer)

Ein Smartphone muss sein. Aber mehr als eins braucht man eigentlich nicht für private Zwecke. Es sei denn, man hat Heimlichkeiten. Doch abgesehen davon - in deutschen Haushalten stapeln sich oft ausrangierte Geräte. Wie man die zu Geld macht oder was mit alten Möhren anzufangen ist, verrät Finanztip-Chef Hermann-Josef Tenhagen.  

n-tv.de: Wie viele ungenutzte Handys liegen denn so in deutschen Haushalten ungenutzt rum?

Hermann-Josef Tenhagen: Vielleicht so gut 100 Millionen. Laut der Deutschen Umwelthilfe hat jeder deutsche Haushalt im Durchschnitt 3,1 ungenutzte Handys in der Schublade liegen. Wir haben ja in Deutschland rund 40 Millionen Haushalte.

Und kann man die noch gewinnbringend an den Mann bringen?

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Ich habe gerade heute Morgen geschaut: Wenn ich mein drei Jahre altes Samsung in einem wirklich guten Zustand einem der Gebrauchthändler zukommen lassen würde, gäbe es dafür noch 190 Euro. Würde sich das Gerät noch in einem guten Zustand, also nicht wie neu, befinden, gäbe es immerhin noch 150 Euro.

Welche Geräte bringen denn am meisten Geld?

Je jünger und teurer das Gerät ist beziehungsweise war, desto gewinnbringender lässt es sich verkaufen. iPhones bringen mehr als Android-Geräte. Für ein iPhone, was man für 850 oder 900 Euro erworben hat, bekommt man oft noch so um die 400 Euro.   

Wo und wie geht das?

Im Grunde gibt es drei Strategien. Die erste ist, um sich einen Überblick zu verschaffen, einschlägige Seiten im Netz zurate zu ziehen. Hier können online die Preise verglichen werden, etwa auf handyverkauf.net und bidvoy.net. Hier braucht nur das Gerätemodell eingegeben zu werden und entsprechende Händlerangebote werden dann dort angezeigt. Wenn der Preis für Sie passt, schicken Sie Ihr Gerät per Post ein. Innerhalb weniger Tage landet das Geld auf Ihrem Konto. Entdeckt der Händler jedoch einen Mangel, kann er möglicherweise versuchen, den Preis noch zu drücken. Aber abgesehen davon ist dies der bequemste Weg, um sein Smartphone zu Geld zu machen.

Und die zweite Strategie?

Einfach durch einschlägige Einkaufsstraßen bummeln und dort die ansässigen Läden für An- und Verkauf abklappern. Vorbereitung wie beim Verkauf eines alten Autos: Erst bei den Online-Seiten den ungefähren Preis checken und dann bei mehreren Händlern nachfragen, damit der höchste Preis herausgeschlagen werden kann.

Und Nummer drei?

Auf einer Internetplattform wie Ebay-Kleinanzeigen, markt.de oder quoka.de. Für mein Smartphone-Modell gab es bei ebay-Kleinanzeigen Anfang der Woche bundesweit 7000 An- und Verkaufsangebote. Weil hier eigentlich kein Versand vorgesehen ist, treffen Sie sich mit dem Käufer ganz oldschool im realen Leben. Dann gibt es dort das Smartphone analog gegen Cash.

Muss ich bei einem Verkauf Sorge haben, dass auch meine Tinder-Kontakte den Besitzer wechseln? Sprich, was passiert mit den Daten auf dem Handy?

Wenn Sie zuvor alle Daten sorgfältig löschen und das Gerät auf Werkseinstellungen zurückstellen, braucht Sie keinerlei Eifersucht umzutreiben. Und Sorge vor eventuellem Datenmissbrauch auch nicht.

Was ist denn mit den ganz alten Büchsen, also denen, die noch keine Smartphones sind - bringen die auch noch Geld?

Ja, aber nicht mehr als ein paar Cent. Besser ist es, das Gerät zu spenden, zum Beispiel dem Naturschutzbund. Das Geld fließt hier in die Renaturierung der Havel. Wer an die Telekom spendet, unterstützt beispielsweise den Tierschutzverein Pro Wildlife und handysfuerdieumwelt.de gibt seine Erlöse an die Deutsche Umwelthilfe.

Ansonsten sind größere Elektronikfachgeschäfte dazu verpflichtet, ausrangierte Handys kostenlos entgegenzunehmen und sachgerecht zu entsorgen. Auf keinen Fall gehört das Gerät in den Hausmüll. Damit würden Sie sich strafbar machen.

Mit Hermann-Josef Tenhagen sprach Axel Witte

Quelle: n-tv.de