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Entgegen landläufiger Meinung wird die Beleidigung eines Polizeibeamten aber nicht härter bestraft als die einer Privatperson.
Entgegen landläufiger Meinung wird die Beleidigung eines Polizeibeamten aber nicht härter bestraft als die einer Privatperson.
Dienstag, 28. August 2018

"Arschloch", "Drecksau" & Co.: So teuer sind Beleidigungen am Steuer

Jeder ärgert sich mal über das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer. Übertreibt man es aber mit seiner Kritik, drohen empfindliche Strafen. Juristisch gesehen handelt es sich bei Beleidigungen nämlich um Straftaten.

Ob verbale Entgleisungen wie "Arschloch", "Blöde Kuh" und "Wichser" oder obszöne Gesten wie der ausgestreckte Mittelfinger: Wer andere im Straßenverkehr derart beleidigt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Darauf weist die "ADAC Motorwelt" hin (Ausgabe 7-8/2018).

Denn rechtlich handele es sich dabei um Straftaten. Feste Strafen für bestimmte Ausdrücke oder Gesten gibt es aber nicht. Normalerweise belegen Gerichte solche Beleidigungen mit 20 bis 30 Tagessätzen. Der Betrag hängt also vom monatlichen Einkommen ab. Ein Tagessatz ist der 30. Teil eines Monatsnettoeinkommens. So kosteten im Einzelfall Kraftausdrücke wie "Blöde Kuh", "Arschloch", "Drecksau", "Sie haben den totalen Knall", "Sie sind blöd im Kopf" oder "Wichser" 1000 Euro, nennt die Clubzeitschrift des ADAC Beispiele.

Punkte in Flensburg gibt es für solche Beschimpfungen aber nicht mehr. Mit der Systemreform 2014 ist diese zusätzliche Bestrafung entfallen. Was werten die Richter als Beleidigung? In der "Hitliste" ganz oben stehen der gestreckte Mittelfinger und eine Litanei an Fäkalausdrücken. Beleidigend können in diesem Zusammenhang auch Pkw-Aufkleber sein. Eine Politesse fühlte sich von dem ­Sticker "Fick dich, Zettelpuppe" verunglimpft. Der Autobesitzer musste dafür 600 Euro blechen.

In anderen Fällen gingen Beklagte demnach allerdings mit Begriffen wie "Wegelagerer", "Oberförster", "Sie können mich mal …", "Parkplatzschwein",  "Das ist doch Korinthenkackerei“ oder auch "Komischer Vogel" gegenüber Polizisten straffrei aus.

Entgegen landläufiger Meinung wird die Beleidigung eines Beamten aber nicht härter bestraft als die einer Privatperson. Der Unterschied: Polizisten und Politessen erstatten meist zusammen mit ihrem Dienstvorgesetzten Anzeige.

Beschimpfen sich zwei Kontrahenten im selben Streit gegenseitig, können Gerichte das gegeneinander aufwiegen - und beide freisprechen.

Quelle: n-tv.de