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Dackel, Pitbull, Rottweiler Wann gilt ein Hund als gefährlich?

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Aussehen allein ist nicht entscheidend.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Deutschen lieben Hunde, rund elf Millionen werden hierzulande gehalten. Darunter sind auch einige Rassen, die für Unbehagen sorgen. Das hat Konsequenzen für die Halter. Aber auch vermeintlich harmlose Hunde können als gefährlich eingestuft werden.

Es gibt keine Zahlen darüber, wie viele von den rund elf Millionen in Deutschland lebenden Hunden tatsächlich als gefährlich eingestuft werden. Grundsätzlich kann aber festgestellt werden, dass jeden Hund, der einen Menschen oder ein Tier gebissen und dabei mehr als nur geringfügig verletzt hat, diese Einstufung treffen kann. Mitunter ist auch schon ein Angriff ohne Beißvorfall ausreichend, wie das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz geurteilt hat (Az.: 7B 10501/13). Das gilt für den Dackel gleichermaßen wie für den Pittbull. Die Entscheidung darüber trifft das jeweilige Veterenäramt.

Welche Rassen per se als mögliche Übeltäter behandelt werden, unterscheidet sich darüber hinaus von Bundesland zu Bundesland. Hier werden sogenannte Rasselisten geführt, auf denen sich aber mitunter unterschiedliche Arten wiederfinden. So ist der Rottweiler in Baden-Württemberg beispielsweise nicht gelistet, in Bayern hingegen schon. Darüber hinaus kann in einigen Bundesländern die Gefährlichkeit mittels einer individuellen Überprüfung widerlegt werden. Ansonsten gilt: gefährliche Tiere sind meist erlaubnispflichtig, was mit einem Wesentest des Hundes einhergeht. Fällt dieser negativ aus, folgt in der Regel ein Leinen- und Maulkorbzwang. Wird dieser nicht befolgt, kann eine Sicherstellung des Hundes erfolgen. 

Zudem haben die Gemeinden und Kommunen die Möglichkeit, die Vierbeiner mit einer erhöhten Hundesteuer zu belegen. Diese kann dann jährlich bis zu 1200 Euro betragen. 

Wird ein Mensch oder Tier durch eine Hundeattacke verletzt, kann dies sogar den Straftatbestand der Körperverletzung darstellen. Dann hat das Opfer (beziehungsweise der Hundehalter) Anspruch auf Schmerzensgeld. Die Pflicht zu einer Hundehaftpflichtversicherung besteht dennoch nur in Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Thüringen und Schleswig-Holstein. In Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland Pfalz ist diese nur dann erforderlich, wenn eine Auffälligkeit des Hundes amtlich belegt ist. Kompliziertes Hundeleben.

Wann und ob ein Tier als gefährlich eingestuft wird, darüber wird auch immer vor Gericht gestritten. So auch in einem jüngst verhandelten Fall vor dem Verwaltungsgericht Osnabrück (Az.:6 B 8/17). Hier wurde die Gefährlichkeit einer Rottweilerhündin durch den Landkreis festgestellt. Das Tier hatte zuvor eine Katze getötet. Das Gericht stellte mit seinem Urteil jedoch fest, dass bereits beim Vorliegen des Verdachtes der Gefährlichkeit der betreffende Hund als tatsächlich gefährlich zu behandeln sei.  Mit allen damit einhergehenden Konsequenzen für den Halter.

Quelle: n-tv.de

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