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Rückruf nur in Nordamerika Warum verkauft Ikea Malm hier weiter?

Wegen Kippgefahr ruft Ikea 36 Millionen Malm-Kommoden zurück. Allerdings nur in Kanada und den USA. Wieso eigentlich nur dort und nicht auch hierzulande?

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Zu jeder Kommode gibt es auch Montageanleitungen für den Kippschutz.

Drei Kleinkinder sind seit 2014 durch "Malm" ums Leben gekommen. Sie hatten versucht, auf die Kommoden zu klettern, diese kippten und begruben die Kinder unter sich. Als Reaktion hat sich Ikea zu einem Rückruf gigantischen Ausmaßes entschlossen: 36 Millionen Kunden können ihre Möbel zurückgeben – allerdings nur in den USA und in Kanada. Warum nicht im Rest der Welt?

In der Bauweise unterscheiden sich die Malm-Kommoden in Nordamerika nicht von denen in Deutschland oder anderswo. Allerdings gilt nur in Kanada und den USA der sogenannte ASTM-Standard. Das ist ein freiwilliger Industrie-Standard, der unter anderem Normen für freistehende Schränke festlegt. Diesen Sicherheitsstandard hatte Ikea aber nicht übernommen – zumindest bislang nicht. Stattdessen empfahl der Konzern, Möbel, die umkippen können, an der Wand zu befestigen.

Nach einem Dialog mit lokalen Verbraucherschutzbehörden habe sich Ikea entschlossen, nur noch Kommoden zu verkaufen, die den ASTM-Standards genügten. Den Kippschutz wolle man künftig integrieren, heißt es in der Mitteilung von Ikea Kanada. Modelle, die die ASTM-Anforderungen nicht erfüllen, können zurückgegeben werden. Alternativ können die Besitzer aber auch ein Nachrüst-Set anfordern, mit dem sie ihre Möbel an der Wand befestigen können.

Kippschutz kann man nachbestellen

In Deutschland und in allen anderen Ländern habe der ASTM-Standard keine Bedeutung, betont Ikea-Sprecherin Andrea Lehnert: "Der lokale Rückruf in Nordamerika ist nun das Ergebnis des Dialogs zwischen IKEA in Nordamerika und den lokalen Verbraucherschutzbehörden." Ansonsten erfüllten die Kommoden alle Stabilitätsanforderungen, die in der EU und im Rest der Welt vorgeschrieben seien.

Voraussetzung dafür, dass Malm und alle andere Kommoden sicher stehen, ist allerdings, dass sie fest an die Wand montiert werden. Kippfähigen Möbeln legt Ikea deshalb grundsätzlich ein Wandmontageset bei und rät, das auch unbedingt zu benutzen. Wer Ikea-Kommoden zu Hause hat, die noch nicht gesichert sind, kann sich den Kippschutz auf der Website des Möbelschweden auch nachbestellen. Von Zwischenfällen mit ordnungsgemäß befestigten Kommoden wisse man nichts, so Ikea.

Quelle: n-tv.de, ino

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