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Grenzen für Balkon-Gärtner Was auf dem Balkon beachtet werden muss

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Balkonbepflanzung wird manchmal zum Konfliktthema zwischen Mietern und Vermietern. Aber es gibt feste Regeln.

(Foto: imago/imagebroker)

Auch ohne eigenen Garten versuchen sich viele Hobbygärtner an einem grünen Daumen und verwandeln ihren Balkon in ein blühendes Pflanzenparadies. Ein paar Regeln sind bei der Balkongestaltung trotzdem einzuhalten.

Mieter haben bei der Bepflanzung von Balkon und Terrasse weitgehend freie Hand. Vermieter sind trotzdem nicht immer damit einverstanden, wie Mieter ihren Balkon nutzen. Mitunter fühlen sich auch andere Mieter durch die Gestaltung "Balkoniens" belästigt, wenn sie beispielsweise durch Gießwasser oder herausragende Pflanzen gestört werden. Grundsätzlich gilt: die Freiheit des einen endet bei den Grenzen der anderen. Allerdings gibt es durchaus Grenzen, die bei der Gestaltung eingehalten werden sollten, erklärt der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW) Bayern. Hier die drei wichtigsten Beschlüsse:

Die erste Entscheidung ermöglicht es den Vermietern ein Zurückschneiden der Pflanzen anzuordnen, sobald diese zu weit über die Balkonbrüstung herausragen, wie das Amtsgericht Brühl entschieden hat (Az. 21 C 256/00).

Desweiteren sollten Balkonpflanzen sparsam gegossen werden, damit kein Wasser überläuft. Das Amtsgericht München entschied, dass bei der Bewässerung sowohl die Fassade und als auch die Nachbarn in darunterliegenden Stockwerken trocken bleiben müssen (Az.: 271 C 73794/00).

Zudem gehört das Anbringen von Blumenkästen an den Balkonaußenseiten nicht mehr zum vertragsmäßigen Gebrauch. Das entschied das Landgericht Berlin. Der Vermieter kann es im Mietvertrag unter Genehmigungsvorbehalt stellen (Az.: 67 S 370/09). Blumenkästen müssen so angebracht werden, dass sie keine Gefahr für andere darstellen, also beispielsweise bei stärkerem Wind nicht herabfallen.

Weitere Infos zur Balkonnutzung

Der Balkon gehört zur Wohnung. Deshalb dürfen Mieter Stühle, Bänke, Tische oder Sonnenschirme aufstellen und mit Freunden, Bekannten zusammensitzen, Kaffee trinken, reden und feiern, wie der Deutsche Mieterbund erläutert. Spätestens gegen 22 Uhr sollte jedoch die Lautstärke heruntergeschraubt werden. Ab 22 Uhr gilt Nachtruhe, befand das Landgericht Frankfurt (Az.: 2/210424/88).

Quelle: n-tv.de, teb/dpa

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