Ratgeber

Klingeln statt Hupen Was beim Rad an den Lenker gehört

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Unabhängig vom Klingeln: Wer meint, einfach irgendwie überholen zu dürfen, irrt.

(Foto: imago/Photocase)

Fahrräder müssen laut der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung mit mindestens einer helltönenden Glocke ausgerüstet sein. Weitere Spezifika werden im Text nicht genannt, jedoch sind andere "Einrichtungen für Schallzeichen" und damit zum Beispiel Hupen oder Radlaufglocken ausgeschlossen. Ohne Klingel am Fahrrad können 15 Euro Verwarnungsgeld fällig werden.

David Koßmann vom Pressedienst Fahrrad nennt drei Haupttypen mit ihrer Funktionsweise und dem damit verbundenen typischen Klang.

1. "Ring-Ring"

Hier sorgt der Daumenhebel dafür, dass schwingende Scheiben an einem Rotor bei einer Bewegung innen am Gehäuse für ein schellenähnliches Geräusch sorgen.

2. "Ding-Dong"

Die Klingeln sind hier oft etwas größer. Beim Eindrücken und Wiederloslassen geben sie je einen Ton von sich.

3. "Pling"

Ein komplett außenliegender Klöppel schnellt hier per Federspannkraft auf den Klangkörper. Das erzeugt ein "Pling" pro Betätigung. Dies seien meist die leichtesten, aber zuweilen auch die lautesten Klingeln. "Bei manchen Modellen kann man einen hohen Druck mit dem Klöppel aufbauen", sagt Koßmann. "Ihr Ton bleibt manchmal auch sehr lange stehen."

Das ist beim Überholen zu beachten

Doch unabhängig vom Klingeln: Wer meint, einfach irgendwie überholen zu dürfen, irrt. Denn auch für Radfahrer gelten hier Regeln. Und die gelten analog zum Überholvorgang mit dem Pkw - auch auf dem Radweg und der Straße. Was bedeutet, dass das Überholen bis auf wenige Ausnahmen nur links zulässig ist.  Dies ist in der Straßenverkehrsordnung so festgelegt. Dort heißt es unter anderem:

  • Es ist links zu überholen.
  • Überholen darf nur, wer übersehen kann, dass während des ganzen Überholvorgangs jede Behinderung des Gegenverkehrs ausgeschlossen ist. Überholen darf ferner nur, wer mit wesentlich höherer Geschwindigkeit als der zu Überholende fährt.
  • Das Überholen ist unzulässig (...) bei unklarer Verkehrslage oder wenn es durch ein angeordnetes Verkehrszeichen untersagt ist.

Und genau wie beim Pkw muss der Radler auf einen ausreichenden Seitenabstand achten, auch wenn dieser nicht so groß sein muss wie bei einem Auto. Dennoch sollten Überholwillige immer auch Schlenker des Vordermannes einkalkulieren, welche unter anderem durch Unebenheiten des Radweges oder der Straße verursacht sein können. Oder auch vor Schreck, wenn plötzlich ein anderer Radfahrer an einem vorbeizieht. Deshalb sollte im Zweifelsfall auch die Klingel genutzt werden, um auf das Überholmanöver aufmerksam zu machen, obwohl der Einsatz von solchen Schallzeichen innerhalb geschlossener Ortschaften nur in Gefahrensituationen erlaubt ist. Aber im Falle einer vergleichsweise leisen Fahrradklingel heiligt der Zweck die Mittel.

Zudem sollte der Überholende auch die Breite des Radweges oder den auf der Straße zur Verfügung stehenden Platz mit einkalkulieren. Radfahrern ist es außerdem untersagt, auf den Gehweg auszuweichen.

Ausnahme für Linksüberholen

Ebenfalls in der Straßenverkehrsordnung ist im Übrigen auch die Ausnahme für das Linksüberholen für Radler benannt. Dort heiß es: "Ist ausreichender Raum vorhanden, dürfen Rad Fahrende und Mofa Fahrende die Fahrzeuge, die auf dem rechten Fahrstreifen warten, mit mäßiger Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht rechts überholen." Gemeint ist hier das alltägliche Szenario, dass sich vor einer Ampel eine Schlange bildet oder aber die Verkehrsteilnehmer in einem Stau stecken.

Doch egal, ob rechts oder links - beim Überholen ist entscheidend, dass die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden darf. Bei Missachtung droht ein Bußgeld oder aber im Falle eines Unfalls eine erhöhte Haftung.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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